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Briefe aus China. III.
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Das Glück des Hauses Rottland

stummen Zeugen jener Schreckenszeit geblieben. Die Stadt macht mit ihren endlosen langen, engen, gedrängt vollen und übel riechenden Straßen heutzutage keinen anziehenden, geschweige denn eleganten Eindruck mehr. Handel und Wandel sind noch immer rege, aber der ehemalige Glanz ist hin.

Hier in Shanghai ist augenblicklich alles durch die Races außer Rand und Band. Während der Renntage sind nachmittags alle Geschäfte geschlossen. Dabei regnet es fast beständig. Wir schreiben heute den 3. November, und dennoch herrscht hier eine tropische Schwüle, daß man sogar im leichten Sommeranzuge nicht aus dem Schwitzen herauskommt.

Eben erhalten wir vom Taotai eine Einladung zu einem großen Balle, den er morgen zur Feier des Geburtstages der Kaiserin Witwe gibt. Wir wollten eigentlich absagen, werden aber von allen Seiten beredet, hinzugehen, da das Fest seenhaft werden soll. Es sind sechshundert Einladungen dazu ergangen. Jedenfalls werden wir wohl nur eine Stunde dableiben, da wir uns am nächsten Morgen schon um 6V2 Uhr einschiffen müssen, um mit der Sachsen" nach Hongkong abzudampfen. Von dort gehen wir gleich nach Canton weiter. Hoffentlich ist uns nur dort das Wetter günstiger. Wir werden dort wohl etwa vierzehn Tage bleiben und dann nach kurzem Aufenthalt in Shanghai nach Peking Weiterreisen. (Weitere Briefe folgen)

Das Glück des Hauses Rottland

Roman von Julius R, Haarhaus XI.

Das lang ersehnte Glück war da! Als k^ercZinanäus Salentinus. nobilis ckvmini Sglentini üben baronis 6o ^nemersneim Mus vriclie natus, war es am 20. Oktober in das Taufbuch der Holzheimer Kirche ordnungsgemäß ein­getragen worden und lag nun fest gewickelt in der Wiege, die im dämmerigen Alkoven des Schlafgemaches neben dem Bette der jungen Mutter stand.

Wenn Ferdinand Salentin auch nur die Hälfte der Hoffnungen erfüllen wollte, die sein Erscheinen in dieser Welt wachgerufen hatte, so wartete seiner keine leichte Aufgabe. Frau v. Ödinghoven sah in dem hilflosen Bündel, das vorläufig die kostbare Zeit noch mit Trinken und Schlafen hinbrachte, schon den künstigen Hofkavalier, Schwester Felicitas dagegen einen geistlichen Würdenträger, einen Abt oder einen Domkapitular. Herr v. Pallcmdt meinte, das energische Kinn des Neu­geborenen verrate einen der größten Feldherrn des achtzehnten Jahrhunderts, und Pater Ambrosius vermutete, daß unter der schongewölbten Stirn der weltum-