Her Untergang des alten Beamtenstaats
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den Frankfurter Garten der Zenge hinzuweisen und nicht auf eine Osmanstätter Laube, darin zu weilen der Winter nicht gestattet hätte. Aber daß Kleist die Reise von Luise weg im Frühjahr antrat, mag ihm den Eingang der französischen Erzählung wahr gemacht haben. Unter Tränen schied er von ihr, wie der Täuber bei der Erinnerung an den Abschied weint, in der von Lafontaine unabhängigen und gar nicht fabelmäßigen Stelle des Gedichtes. Und eben da wird weiter erzählt, daß der Täuber die Reise fortsetzend in eines Städters reiche Wohnung einkehrt, wohin ein Freund ihn warm empfohlen; das kann auf Kleists Fahrt nach Leipzig deuten, wo er ein warmes Empfehlungsschreiben Wielands bei Göschen abzugeben hatte. „Viel Höflichkeit, um dessen, der ihn sandte, wird ihn: zu Teil, viel Gut' und Artigkeit". Und wie der Täuber zum blonden Täubchen kehrte Kleist unselig und sehnsüchtig zurück zu Luise, „noch ganz derselbe liebenswürdige Mensch", der ausgezogen war. Doch „die junge liebliche Gestalt war an ihm vorübergegangen", „die Zeit der Liebe war ihm entflohen", klagt der Schluß der Fabel.
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Der Untergang des alten Veamtenstaats
ach meiner früheren Ankündigung") hab ich jetzt zu zeigen, welche Folgen das Stümpertum und die Günstlingswirtschaft in unserer Verwaltung gehabt haben. Man kann es mit einem Wort sagen: sie sind die Totengräber des alten preußischen Beamtenstaats geworden. Und ich fürchte, daß sie auf dem besten Wege sind, auch unseren heutigen Staat zu verderben.
Bevor ich dazu übergehe, dies im einzelnen darzutun, muß ich darauf hin- weisen, daß man die Bezeichnungen „Beamtenstaat" und „Militärstaat" — die übliche und notwendige Ergänzung dazu — nicht allzu wörtlich nehmen darf. Sie bedeuten keine besonderen Staatsformen, sondern die besonderen Formen der Betätigung eines bestimmten Staats. Dieser Staat war der alte preußische Patrimonialstaat. Er war eng verknüpft mit der Person des Herrschers und beruhte auf dem Gegensatz zwischen Herrscher uud Untertanen. Nur der Herrscher und seine Gehilfen waren die Träger und die Verwirklicher des Staatsgedankens. Der Staat war, wie es Prof. O. Hintze, dem ich auch sonst hier folge, nennt,
*') Vgl.: „Die Not der Preußischen Verwaltung,", Grenzboten 1910, Heft 3 und die Fortsetzungen in den Heften 4, 5, 7, 1ö, 16, 18, 46, 46 und 48.