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Stolypin und Rußland
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Stolypin und Rußland

Von George Lle in ow-Berlin

an hält mir vor, ich besäße nicht das notwendige Nechtsbewußtsein, man fordert, ich solle das System ändern; darauf kann ich nur erwidern: das ist nicht meine Sache. Gestützt auf ein gesundes Rechtsbewußtsein habe ich gerecht und streng für die Aufrecht- erhaltung der Ordnung in Rußland zu sorgen. (Lärm, Pfiffe!) Dieser Lärm stört mich wohl, aber er schreckt mich nicht und kann mich auch nicht schrecken. Ordnung herzustellen, das ist meine Aufgabe; aber die Gesetz­gebung an mich zu reißen bin ich nicht berechtigt. Gesetze kann ich nicht ändern. Die Gesetze ändern und entsprechend wirken werden Sie! (Lärm. Rufe: Abschied! Abschied!)" In diesen kurzen Sätzen, die der damalige Minister des Innern am 8./21. Juni 1906 in die erregte Versammlung in: Taurischen Palais donnerte, ist Stolypins ganzes Regierungsprogramm enthalten. Die Regierung sorgt für Wiederherstellung der Ruhe die Volksvertreter mögen Gesetze ausarbeiten und die Änderung der veralteten vorbereiten! Die Duma hörte indessen nur den Vorsatz, das Leitmotiv der inneren Politik Alexanders des Dritten! der Nachsatz ging in: Tosen unter. Der Demokrat (Kadett) Nabokow erhielt das Wort und erklärte dem Minister bei lautloser Stille, daß alle seine sachlichen Angaben auf falschen Berichten berichten, der untersuchungführende Richter habe ihn ermächtigt, solches vor der Duma zu erklären.

Es handelte sich um eine Interpellation, die behauptete, im Gebäude des Ministeriums würden von Beamten der politischen Polizei aufreizende Proklama­tionen gegen die Abgeordneten der Reichsduma sowie gegen die Juden gedruckt und durch Organe des Ministers des Innern verbreitet.

In jener sechsten Nachmittagsstnnde war das Schicksal Stolypins und damit dasjenige der Erneuerung Rußlands auf der Grundlage des Manifestes vom Grenzboten III 1911 74