Westfälisches Volksfest
von Margarete lvindthorst
Stauben und Stampfen auf der Chaussee, Diener in glänzender Livree, Equipagen, Kutschen, Karossen, Leitergefährt mit bekränzten Sprossen, Ländliche Fuhren und plumpe Treiber, Hausväter, Kinder, Bürgerweiber, Sieben im Fond und vier auf dem Bock, Und der Kutscher im Sonntagsrock. ' Etwas gemächlicher als die Pferde Kommt das Fußvolk, ebener Erde. Viele drunter, denen die Kraft Eigenen Fußes Vergnügen schafft; Viele, die lieber im Wagen sitzen, Vornehm zu schwatzen, als hier zu schwitzen, Die es darum den andern mißgönnen, Weil sie es selbst nicht bezahlen können. Aber allesamt, sondergleichen, Müssen manchmal zur Seite weichen, Fluchen die Kutscher, die Pferde erschrecken, Hustet ein Fräulein in die Decken: Kommt ein gefährliches Ungeheuer, Schnaubt und wütet wie Frevel und Feuer, Und ein Junge, just wie es tutet, Springt zur Seite und fällt und blutet. Aber alle im Wissensorange Schauen hinüber und staunen lange. Manche sagen: „Hui. wie das blinkt!" Manche sagen: „Pfui, wie das stinkt!"
Wo auf dem Festplatz die Fahnen ragen, Hat man die Zelte aufgeschlagen.
Grenzboten III 1911