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Landeskunde der Provinz Brandenburg
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Die fremden Sterne

In der Darstellung der Wirtschaftsgeschichte behandelt Dr. Karl Brinkmann zunächst die Landwirtschaft mit den ihr zukommenden Betrieben des Ackerbaues und der Viehzucht, sodann das Forst-, Jagd- und Fischereiwesen, ferner die landwirt­schaftlichen Gewerbe und endlich den Garten- und Weinbau. Derselbe Verfasser macht uns mit dem Handel in den Städten und den Verkehrsmitteln der Neuzeit bekannt und gibt einen Überblick über die städtischen Gewerbe mit den verschiedenen Unternehmungen und der industriellen Entwicklung Berlins. Über die Hauptindustrien der Mark Brandenburg und über den Bergbau berichtet der Geologe Dr. Max Fiebel- korn, indem er im einzelnen die Ziegelindustrie, den Kalksandstein, die Zementwaren, den Beton und Kunststein, die Feinkeramik und die Ofenfabrikation in ihrer Bedeutung für die an natürlichen Bausteinen arme Mark würdigt und die einzelnen Techniken erörtert, auch statistische Nachweisungen über den Umfang dieser Betriebe, die sich vielfach in der Nähe von Berlin befinden, bringt. Für den Bergbau kommen in erster Linie die Braunkohlen in Betracht, die in den tertiären Ablagerungen auf­treten und in etwa neunundsiebzig Gruben gewonnen werden. Fast ebenso wichtig ist die Gewinnung des Kalkes, der namentlich bei Rüdersdorf ansteht und dessen gewaltige Aufschlüsse in dem Muschelkalklager von jeher die Aufmerksamkeit von Gelehrten und Laien auf sich gezogen haben. Weniger bedeutend ist die Gips- und Eisenindustrie, da nur Raseneisenerz vorkommt und die Gipslager selten sind; um so umfangreicher aber wurde im Laufe der Jahrhunderte die Verhüttung des Eisens von der alten, 1874 aufgehobenen Königlichen Eisengießerei bis zu den weltberühmten Werken von Borsig, Siemens, Ludwig Löwe und anderen.

Den Schluß des Bandes bildet eine Betrachtung über das Textilgewerbe in der Mark von August Förster, und zwar eine geschichtliche Betrachtung in Ver­bindung mit dem jetzigen Stande dieses überaus wichtigen Gewerbezweiges.

Die fremden Sterne

Von Margarete Windthorst Wir blicken manchmal auf in hohe Fernen, Und unsre Seelen beten in die Nacht, Und unsre Sehnsucht geht nach fremden Sternen. Wir wissen nicht und haben kaum bedacht, Ob nicht auch droben solche Menschen leben Wie wir, aus einem gleichen Stoff gemacht, Die ihre Hände so wie wir erheben, In denen eine gleiche Seele weint Und die in einer selben Sehnsucht schweben. Sie sind in unserm Beten uns vereint. So tragen sie vielleicht ein hoch Verlangen Nach unserm Stern, der ihnen golden scheint, Und weinen heiß und weiß vielleicht die Wangen Nach diesem Stern, für dessen Gold wir blind, Auf dem uns trägt ein heimatloses Bangen — Nach dieser Welt, der wir so müde sind.