Till Lulenspiegel
611
staatlichen Mitteln durch ein Reichsamt allein das geleistet werden kann, was nötig ist. Zu dem nationalen Idealismus der für die Erhaltung des Deutschtums im Auslande bemühten Vereine muß die staatliche Organisation kommen, die ihre Zentrale eben in einem Reichs-Auswanderungsamte haben muß. Jeder an die richtige. . . auch für ihn selbst richtigeI . . . Stelle dirigierte deutsche Auswanderer bedeutet eine unschätzbare Verstärkung unseres Rüstzeuges für den wirtschaftlichen Kampf mit unseren Konkurrenten auf dem Weltmarkte, der sich immer schwieriger und schärfer gestalten wird und von dessen Ausgang die Zukunft unserer Nation abhängen wird. Das sollte man nicht unbeachtet lassen. Staatsangehörigkeitsgesetz und Auswanderungsamt gehören zusammen und bilden zusammen erst eine wirksame Einheit, eine Macht!
Till Gulenspiegel
Mittelalterliche Komödie in vier Aufzügen Den Bühnen gegenüber Manuskript. Alle Rechte vorbehalten Lop^riZnt I9N b/ VerwZ cler (Zren^boten O, m. b. H., Lsrlin LW.
Dritter Aufzug.
Szene wie im ersten Aufzug. Späterer Nachmittag; gegen Ende des Aufzuges dunkelt es schon stark. Studenten vor der Schenke, Rosl. Bevor der Vorhang aufgeht, hört man den
Lärm der Zecher. Lorenz: He, Rosl, komm sie mall
Focke (ziehisie an sich): Ei, ist sie drall! (Rosl schreit.)
Christof: Na, hab sie sich nicht so. Wenn Eulenspiegel
Sich mit dem Landgraf einen Jux erlaubt — Focke: Eben! Da wird wohl sie noch einen Spaß vertragen. Rosl: Laß er sich doch mal in die Wade kneifen —
Denkt wohl, das tut nicht weh! Frieder: Gekniffen hat er?
Lorenz: Zeig doch! Christof: Zeig her!
Rosl (schlägt sie auf die Hände): Da gibt's nichts! — Geht! (Sie geht ab.)
Focke: Rosl soll leben!
Lorenz: Weil sie so drall!
Studenten (stoßen an): Soll leben! leben! (trinken)
Lorenz: Ihr Schwämme, sauft nicht so!
Frieder: Weißt du was Beßres?
Lorenz: Jawohl, ich sing euch was! — Ein neues Lied!
Frieder: Ein Lied?
Christof: Ei, uns ist's recht!
Lorenz: Die Laute her! —
Hört, und den Kehrreim singt ihr alle mit! Frieder: Ja ja, wir singen mit! Focke: Silentium!