192
Bücherlistc
sich die Funkentelegraphie schon zunutze zu machen gesucht. In Jap ist eine 50 lcm weit reichende drahtlose Station zum Anschluß der südöstlich gelegenen Insel Angaur an das Welttelegraphennetz von einer staatlich konzessionierten Gesellschaft hergestellt worden.. Im Innern von Ostafrika, am Victoria-Njansa, werden mehrere Stationen errichtet, welche die durch Drahtleitungen wegen der schwierigen örtlichen Verhältnisse und der großen Kosten nicht ausführbare telegraphische Verbindung der dortigen Küstenplätze ermöglichen. Soeben erst wird die Errichtung zweier Funkenstationen in Bukoba an der Westseite und in Muansa an der Südspitze des Victoria-Njansa gemeldet. Die Kosten eines Kabels zwischen diesen beiden Orten wären bei der Entfernung von 170 Km zu groß gewesen. Nunmehr kann Bukoba über Daressalam mit Deutschland telegraphisch verkehren.
Ferner sind in dem Etat für 1911 420000 Mark für Funkentelegraphenstationen in Duala (Kamerun), Lüderitz und Swakopmund, sowie 200000 Mark für Versuche einer funkentelegraphischen Übermittlung von Nauen nach einer in Kamerun zu errichtenden transportablen Empfangsstation vorgesehen worden. Schließlich wird nach einer Erklärung des Staatssekretärs des Reichspostamts bei den Verhandlungen des Reichstags über den Postetat 1911 zurzeit erwogen, Funkenstationen auf Samoa, Neuguinea und Nauru einzurichten und mit der Funkenstation in Jap zum Anschluß an das Kabelnetz in Verbindung zu setzen.
So ist Deutschland bemüht, durch die Errichtung von Funkenstationen sein Netz zu vervollständigen und durch die Schaffung neuer eigener Kabel den Anteil am Welttelegraphennetz zu erlangen, der seiner politischen und kommerziellen Machtstellung entspricht. Zwar hat es seinen Anteil in verhältnismäßig kurzer Zeti von nicht ganz 2 Prozent im Jahre 1900 auf 6 bis 7 Prozent vermehrt, aber noch immer steht es erst an vierter Stelle, während sich Englands Anteil auf über 50 Prozent des ganzen Netzes beläuft. Freilich muß man dabei bedenken, daß England einen außerordentlich großen Vorsprung besaß, während Deutschland erst spät eine kraftvolle Kabelpolitik einleiten konnte, und daß es namentlich hinsichtlich der Erlangung geeigneter Landungspunkte viele Hindernisse Überwinden mußte. M, Roscher-Friedencm
Bücherliste
Nctcr, 0r, Eugen: Elternbriese über Kiudcr- pflege und Erziehung, München, Otto Gmeliu, Verlag der Arztlichen Rundschan, M, 1,-,
Lovin, Per: Nya Säuger och Ballader. Stockholm, Saudbcrgs Buchhandlung.
Junk, Victor: Tannhäuscr iu Sage und Dichtung. München, C, H, Neck, Ml.-.
Bcrnwlicr, Johannes: Dur uud Moll. München, Otto Gmeliu, Verlag d. Arztl. Rnudschau.
Zorn, Geh, Jnstizrat Philipp: Das Deutsche Reich und die Internationale Schiedsgerichtsbar k e i t, Berlin, Or, Walthcr Rothschild, M. 2,—.
Simon, I)r, Fritz: Englische Stadtverwaltung. Eine Studie, Berlin, vr, Walther Rothschild. M, 3,-,
Blum, Leo: Die steuerliche Ausnutzung der Aktiengesellschaften in Deutschland, Stuttgart, I, G, Cottasche Buchhandlung, M, 4,—,
Elster, Pros, Dr, Ludwig: Wörterbuch der Volks- wirtschast. In zwei Bänden, Jena, Gustav Fischer, M, 2,M,
Verantwortliche Schriftleiter: für den politischeu Teil der Herausgeber George Cleinow-Schöneberg, für den literarischen Teil und die Redaktion Heinz Amelnng-Schönev-rg. — Wanuskriptsendungen nud Briefe werden ausschlieszlich an die Adresse der Schristleitung Berlin SV, 11, Vernbnrger Straße 22 a/2S, erbeten. — Sprechstunden der Schristleitung: Montags 10—12 Uhr, Donnerstags 11—1 und ^4—l/zö Uhr, — Verlag: Verlag der Grenz-
boten G,m,S,H, iu Berlin SV. 11. Druck: „Der Reichsbote" G, m, b. H, in Berlin SV. II, Desscnier Straße 37.