Beitrag 
Das Zentrum in Elsaß-Lothringen
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106

Die neue Gartentnnst

agitation als Vorspann benutzt zu haben, aber sie können sich dabei immer nur auf einzelne bedauerliche Ausnahmefälle berufen, während sie auch durch die gewandteste Dialektik die Tatsache nicht aus der Welt schaffen können, daß in ihrer eigenen Partei jene Ideen dauernd gepflegt und immer weiter ausgebildet wurden. Ob die Mehrheit des elsaß-lothringischen Zentrums diese Treibereien mißbilligt oder nicht, ist gleichgiltig, so lange sie sich nicht entschließen kann, im eigenen Hause Ordnung zu schaffen und für alle Parteimitglieder die Grund­sätze maßgebend zu machen, die bei der Gründung des elsaß-lothringischen Zentrums als Wegweiser für dessen Tätigkeit aufgestellt wurden. Damals wurde erklärt, das Programm der elsaß-lothringischen und der im Zentrum geeinten Katholiken sei sowohl nach der religiösen als auch nach der sozialen und poli­tischen Seite identisch; identisch seien auch beider Ziele. Und heute?

Heute hat der Name Zentrum im elsaß-lothringischen Klerikalismus gesiegt, nicht aber das Programm des Zentrums; und die Ziele steckt sich jede der beiden Hauptgruppen nach eigenem Ermessen.

»

Die neue Gartenkunst

von Dr. Friedrich rvoltcrs-Steglitz

och erwartet diese Tochter der neueren Zeit, diese jüngste der liebenswürdigen Künste, in den Akademien ihrer älteren Geschwister eine Stelle. Ebenso edel wie eine ihrer Schwestern, mehr wie irgendeine sich verbreitend in dem Ausguß ihrer Ergötzungen, eilet sie, die ihre bessere Bildung nicht in Griechenland, nicht in Italien fand, dem Beschützer der Künste im Norden entgegen und frenet sich, von seiner milden Hand geleitet, die Gefilde zu verschönern, wo unter seinen Augen ein ewiger Friede wandelt." So leitete vor etwa hundertfünfzig Jahren C. C. L. Hirschfeld die Widmung seiner „Theorie der Gartenkunst" an den Erbprinzen Friedrich zu Dänemark und Norwegen ein, die den in England und Frankreich fast schon ausgefochtenen Kampf um die ueue Gartenkunst auch in Deutschland stärker entflammte und auf die tatsächliche Umwandlung und Neugestaltung der Gärten bedeutend einwirkte. Das Gartenbild der Zeit um 1770 trägt deutlich das Merkmal des Hervortretens einer neuen Generationenreihe an sich, die sich in allem von der vorhergegangenen unterscheiden will, weil sie sich im Bewußt­sein eines neuen Zusammenhangs mit dein Lebenszentrum wieder vom echteren Lebensquell getränkt glaubt. „Gefühl" und „Natur" waren damals und sind fast immer an den Zeitenwenden die neuerschlossenen Siegel gewesen; aber die Behauptung ihres wahren Inhaltes bedeutet noch uicht den Besitz einer