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Naturerkenntnis und Weltanschauung. II.
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Der rote Rausch

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Verbesserungen der Methoden immer auf die Wahrnehmungen unserer fünf Sinne angewiesen bleiben wird, überhaupt nicht einmal sagen, wie die Dinge in Wahrheit sind, sondern nur, wie sie uns durch Vermittlung unserer Sinne erscheinen, während, wie Kant sagt, das den Erscheinungen zugrunde liegende transzendentale Objekt uns unersorschlich ist und bleibt. Gerade das aber ist der Gegenstand, an dem uns liegt. Und da an diesem Punkte nicht nur die Naturwissenschaft, sondern überhaupt jede Wissenschaft scheitert, so kommen wir zu dem Schluß, daß Weltanschauung in letzter Linie nicht Sache des Verstandes, sondern des in jedem Menschen liegenden Ahnungsvermögens, der Intuition, ist. Mit diesen beiden Dingen verhält es sich aber gerade so wie mit dem Tastsinn und dem Auge. Das kleiue Kind weiß mit den Eindrücken, die ihm das Auge darbietet, noch nichts anzufangen. Es muß die Bilder, die ihm jenes als Gesamtheit übermittelt, durch den Tastsinn kritisch in Einzelheiten zerlegen. Wie ärmlich aber wäre unsere Kenntnis der Welt, wenn sich nicht das Auge, nachdem es in der Jugend am Tastsinn sozusagen geaicht ist, später von diesem langsamen Gesellen freimachen und uns selbständig seine so viel größeren und schöneren Wahrnehmungen übermitteln dürfte. So gerade ist's mit dem Ahnen. Wohl brauchen wir die zerlegende Kritik des Verstandes, um nicht ins Uferlose zu geraten, und eine Weltanschauung, die ihr nicht standhalten kann, ist unbedingt zu verwerfen, wie wir das am Darwinismus darzutun versucht haben. Aber aufbauen kann der Verstand nicht, das kann nur die Intuition, das Ahnungsvermögen, und so können wir auch nur ahnend zu erfassen suchen, was uns hier beschäftigte, unser eigenes Wesen und das der Welt.

Der rote Rausch

Roman von Joseph Aug. kux

(Fortsetzung.)

Es war doch sonnenklar, wo Recht und Unrecht lag. Noch ehe der amtliche Bericht vorlag, hatten die leitenden Kreise eine genaue Kenntnis der Bewegung, ihrer Ursachen und ihrer offensichtlichen Irrtümer. Die gesellschaft­lichen Verbindungen, der persönliche Kontakt mit den Spitzen des Handels und der Finanz hatten die leitenden Kreise längst genau unterrichtet und diesen die nötigen Gedankenanweisungen gegeben. Finanz und Handel stellen ein sehr empfindliches, nervöses Instrument dar, das mit seismographischer Genauigkeit die Zuckungen und Fiebererscheinungen des Wirtschaftskörpers anzeigt und die Negierung von vorneweg in die Lage setzt, ihr Verhalten einzurichten, lange bevor die Schneckenpost des Instanzenweges zu den obersten Stellen gelangt ist. Der Hergang vollzog sich in der folgenden ungezwungeneil Form.