Deutsche Bi'chncnkunst in den letzten zwanzig Jahren
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gemeinden zu zerlegen, sehr kleine Betriebe zu einer Gemeinde zu vereinigen.) Sämtliche Körperschaften, die unteren wie die oberen wären auf einen Umfang zu beschränken, innerhalb dessen noch ein persönliches Einwirken der Mitglieder aufeinander möglich ist. Um die volle gegenseitige Unabhängigkeit der drei Stände voneinander zu wahren, ist erforderlich, die Beschlußfassung derartig zu regeln, daß auf Verlangen der Beteiligten jeder Stand — Arbeiter, Beamte, Arbeitgeber — für sich abstimmen kann und ein Beschluß nur dann gültig ist, wenn sich nicht die Mehrheit eines Standes dagegen ausgesprochen hat. Nachdem die Industrie in solcher Weise organisiert ist, würde man in anderen großen Ermerbszweigen: Bergbau, Baugewerbe, Handwerk, Handel, Verkehrsgewerbe, Landwirtschaft usw. ähnliche Einrichtungen zu treffen haben. Die erzieherischen Bestrebungen würden dann durch das ganze Land in einheitliche Bahnen gelenkt sein, und in dem gesamten äußeren Volksleben würde dafür gesorgt werden können, daß die erzieherische Einwirkung nirgendwo gestört wird.
Solchen auf der breitesten Grundlage aufgebauten Berufsvertretungen könnte der Reichstag getrost die ganze Sozialpolitik in die Hand geben, in ähnlicher Weise, wie das preußische Abgeordnetenhaus 1868 dem Reichstag sein ganzes Arbeitsgebiet abgetreten hat. Wir erhielten damit einen neuen Faktor der Gesetzgebung, eine verstärkte Gewähr für eine alles umfassende ausgleichende Gerechtigkeit unserer Staatseinrichtungen. Wie der Reichstag deutsches Land zu schützen und deutsche Art zu pflegen hat, so würden die Berufsgemeinden überall in deutschen Landen deutsche Zucht zu wahren, deutsche Sitte zu heben haben.
Deutsche Vühnenkunst in den letzten zwanzig Iahren
von Dr. Arthur Westphal-Berlin II*).
uf den Überschwang der Jahre 1889/90 folgte recht bald eine leise Ernüchterung. Der wirklich konsequente Naturalismus hatte schneller abgewirtschaftet, als die erste Begeisterung seiner Anhänger es sich träumen ließ. Die puritanische Kargheit seiner Mittel, da? meist so poesiefremde Steckenbleiben im bloßen der in eintönigen? Grau gehaltene Abklatsch einer Alltagsmisere, er selten hinauskam, ließ die Begrenztheit seiner Ausdrucks-
„Milieu", über den
Möglichkeiten immer deutlicher erkennen. Eine heimliche Sehnsucht nach Licht
") Schlich aus Heft Z, — Wir berichtigen bei dieser Gelegenheit einen bösen Druckfehler: auf S. 70 des borigen Heftes muß es am Schluß des borletzten Absatzes heißen „unanfechtbar" statt „anfechtbar". Die Schriftltg.
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