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Bismarcks Freihandelspolitik
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Vismarcks Freihandelspolitik

von Maximilian v. Hagen-yeidclberg

achdem Bismarck sein Amt als Reichskanzler niedergelegr hatte, ist eine große Anzahl Schriften auch über seine volkswirtschaftliche Tätigkeit entstanden. Unter ihnen ragt das Sammelwerk Poschingers Fürst Bismarck als Volkswirt" nebstAktenstücke zur Wirtschafts­politik des Fürsten Bismarck" hervor. Daneben steht das Buch von BrodnitzBisnmrcks nationalökonomische Anschauungen"; es gipfelt in der Behauptung:In der ganzen Zeit von 1863 bis 1876 haben sich die handelspolitischen Maßnahmen ohne Einwirkung Bisnmrcks vollzogen". Im Hinblick aus den eben wieder aufkommenden Streit zwischen Freihändlern und Schutzzöllnern ist es warm zu begrüßen, daß die Nichtigkeit dieser Behauptung einer wissenschaftlichen Prüfung unterworfen wird. Dieser Aufgabe unterzieht sich in Schmollers Jahrbuch Band XXXIV Heft 3, S. 135 bis 196 (Leipzig 1910. Preis 12,60 Mary Oswald Schneider in einem Aufsatz Bismarck und die preußisch-deutsche Freihandelspolitik (1862 bis 1876)".

Die Abhandlung verdient um so mehr Beachtung, als sie endlich Bisnmrcks Stellung zum Freihandel unter dein Gesichtswinkel historisch-politischer Betrachtung beleuchtet. Schneider beweist darin im wesentlichen den ersten Teil der Analyse, die Schmoller in seinen berühmtenBriefen" nach Bismarcks Tode von dessen Wirtschaftspolitik mit folgenden Worten gab.Bismarck war", heißt es da, freihändlerisch, wesentlich weil er seit 1859 antiösterreichisch und frcmzosen- sreundlich war; er wurde später schutzzöllnerisch, weil der Schutzzoll in der neuen Ära der gesteigerten politischen und wirtschaftlichen Rivalitäten der großen Staaten, in der Zeit des Kampfes um den Weltmarkt und die Kolonien für uns die wichtigste, ja fast die einzige Waffe war; immer aber stellte er in erster Linie den von der Theorie und leider anch von der Praxis so oft zerrissenen Grmzboton l 1911 8