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Koriolan
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Aoriolan

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von G. Fleischhauer-Vborspicr

ir guten Deutschen, worunter ich mich wohl auch zu zählen habe, können seit fünfzig Jahren den unbezwinglichen Shakespeare nicht loswerden/' Und an einer anderen Stelle sagt derselbe Goethe: Shakespeare und kein Endel"

Wenn wir diese Worte in das Deutsch der Theaterkritiker unserer Tage übertragen wollten, könnten wir sagen: Shakespeare ist immer aktuell. Was vor hundert Jahren in der Sprache des größten deutschen Künstlers zutreffend war, der nicht allein dem Stoff, den Gegenständen der Shakespeareschen Dramen allen Wert und Gehalt zugestand, sondern auch ihre BeHandlungsweise zu entwickeln, ihrem Gang zu folgen, die Charaktere zu ent­hüllen sich bemühte, das hat in unseren Tagen nicht an Bedeutung verloren, da wir dem Stoff einer Dichtung, und zumal einer dramatischen Dichtung, fast allzu große Wichtigkeit beimessen.

Shakespeare ist immer aktuell und in unserer Zeit mehr als je. Denn abgesehen davon, daß die Menschen, die er darstellt, typisch sind für alle Zeiten, weil er sie mit menschlichen Leidenschaften, Kräften und Schwächen, mit Sehnsucht und Bedürfnissen ausstattet, die in jedem Zeitalter und unter allen Zonen die­selben sind, so daß ihre Darstellung immer wirksam sein wird, ist das künstlerische Bild seiner Zeit, das er uns zeigt, so kräftig herausgearbeitet, so wahr und in keinem Punkte widersprechend, so lebendig und so ganz ihre innerste Natur zeigend, wie wir es nur von unseren einer realistischen Epoche angehörenden zeitgenössischen Dichtern erwarten könnten.

Shakespeares Menschen sind samt und sonders unter dem Stern der Politik geboren. Sie stehen, jeder nach seiner Art und nach seiner Lebensrichtung, in irgendeiner Beziehung zum Gemeinwesen, in welches sie der Dichter hineingestellt Grenzboton I 1911 ^