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Weichlichkeit herrscht. „Ein Zeitfratz" ist das hübsch gezeichnete Bild in einem unserer besten Witzblätter überschrieben. Wir sehen eine jugendliche „Gouvernante" mit ihren Zöglingen, einem Mädchen und einem Knaben, auf der schmutzigen Straße, wo die Kinder mutwillig in die Pfützen treten, daß das Wasser aufspritzt. Dazu die Unterschrift: Gouvernante: „Kinder, macht euch doch nicht so schmutzig. Ich werde sonst von eurer Mama geschimpft." Elschen: „Nnn, dafür werden Sie ja bezahlt." Betrachtet man dazu das neunjährige Elschen, mit dem ziemlich dreisten Gesichtsausdruck und in seinein modernen, kaum die Knie erreichenden Kleidchen, so kommt dem Beschauer wirklich der Gedanke an die Rute, — die dem Elschen fehlt.
Ich möchte nicht gern mißverstanden werden. Ich will keineswegs einseitige Strenge oder gar Härte bei der Jugenderziehung empfehlen. Ich glaube, daß unsere deutsche Jugend im allgemeinen leicht mit Milde zu lenken ist. Und ich betone weiter, daß Körperstrafen stets etwas von Intimität an sich haben, die es mit sich bringt, daß nur der berufene Erzieher, d. h. der, welcher in einem wirklichen Vertrauensverhältnis zum Kinde steht, sie mit gutem Erfolg anwenden kann. In erster Reihe kommen hier die Eltern in Betracht, die Lehrer nur, soweit sie es verstehen, sich ins Vertrauen der Schüler zu setzen. — Aber es muß auch denen widersprochen werden, die der Jugend alle für das spätere Leben notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse nur mit Nachsicht und — was ganz modern ist — unvermerkt „im Spiel" beibringen wollen, ohne die Bedeutung von Ernst, von Mühe und von Arbeit zu würdigen, Begriffe, die doch unausbleiblich im Leben sast aller Erwachsenen sehr wichtig sind. Und es soll auch einfachen Erziehungsmitteln das Wort geredet werden. Auch heute noch hat die Rute eine tatsächliche Berechtigung, gelegentlich sich zu betätigen, — nicht bloß in den Lesebüchern unserer Kinder dichterisch verherrlicht zu werden. Georg Gerhard
Oücherliste
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Bottclhcim, Anton: Beaumarchais, Eine Biographie. 2. Aufl. München, C. H, Beck, M, 9,-.
Berantwortlich George Cleinow in Berlin-Schöneberg, Verlag: Verlag der Greuzboten G, m, b. H.
in Berlin SV, 11,
Druck: „Der Reichsbote" G, m, b, H, in Berlin SV. 11, Defsauer Striche 37.