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Außerordentliche Professoren
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Außerordentliche Professoren

Von ()uispiam Äcaäemicus

nter denen, die das Riesengebäude des preußischen Staats­organismus nur von außen betrachten, herrscht die Vorstellung vor, als sei dies Wunderwerk mit einer gleichsam naturgesetzlichen Regelmäßigkeit aufgebaut. Wer näher hinzukommt, lernt bald, wie viel historische und lokale Verschiedenheiten auch hier die Provinzen unterscheiden. Es gibt innerhalb unserer Beamtenorganisation Bezirke von fast republikanischer Art neben solchen von streng monarchischer Haltung; hier herrschen altertümliche und dort leider nicht an zu vielen Plätzen I recht moderne Sitten; es soll sogar auch ueben Orten, wo mit leidenschaftlichem Fleiß gearbeitet wird, Stätten eines recht gemütlichen Schlendrians geben.

Am auffälligsten und in der Tat am stärksten ausgeprägt ist die Sonder­stellung in jenem weiten und mächtigen Reich, das der Minister der Kultus-, geistlichen und Medizinalangelegenheiten regiert. Niemand wird verkennen, in wie vielfacher Beziehnng gerade hier ein wirklich moderner Geist herrscht, ein ernstliches Bestreben, den großen Forderungen des Tages zu genügen; und nirgends soll tapferer gegen den schatzhütenden Drachen an: Gießhaus ich meine keinen Mann, sondern einen Geist gekämpft werden als hier. Daneben aber ist gerade diesen: Ministerium, nicht bloß in vielen Einzeltendenzen, sondern auch in der Gesamtorganisation, ein so besonderer Charakter aufgeprägt, als sei bei aller sonstigen Entwicklung des Genies der aufgeklärte oder unauf­geklärte Despotismus hier noch in voller Macht geblieben.

Das zeigt sich selbst in Äußerlichkeiten. Wiederholt habe ich schon z. B. Richter darüber staunen sehen, wie fern der Kultusminister über den Professoren schwebt. Ein jeder Amtsrichter hat einmal bei seinem Minister Audienz gehabt; die höheren Beamten imMinisterium des Geistes" dringen kaum bis zu den

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