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Im Flecken : Erzählung aus der russischen Provinz : fünftes Kapitel : die Heiratskandidaten.
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Das Eis war aber doch gebrochen. Er begegnete ihr darauf noch einigemal und grüßte. Sie dankte.

Wie befinden Sie sich, Marja Titowna?" fragte er einmal, als er sich, mit der Hand an der Mütze Front machend, an den Rand des schmalen Trottoirs drängte, um sie vorbeizulassen.

Ich danke," antwortete sie kurz, aber nicht abweisend.

Sagen Sie, ich bitte," setzte sie, wie einem plötzlichen Einfall folgend, hinzu, indem sie den Schritt hemmte und den Kopf zurückwandte,was macht Olga? Sie besuchen sie doch noch!"

Ich gehe manchmal hin," sprach er zögernd.Sie sie denkt, daß Sie sie nicht sehen wollen."

Ich weiß nicht, was ich ihr getan haben sollte," sagte sie herb und nickte zum Abschied.Grüßen Sie sie."

Zu Befehl, Marja Titowna." (Fortsetzung folgt.)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin. 12. November 1910.

Potsdamer Nachklänge Rußland in Persien Frankreich und Deutschland Freiherr von Schoen Die innere Lage Der Heeresetat.

Gleich nach seiner Heimkehr aus Potsdam hat Herr S. D. Ssasonow einen Vertreter derNowoje Wremja" zu sich bestellt, um die öffentliche Meinung in Rußland über die Ergebnisse der Zusammenkunft zu beruhigen. SolcheBeruhigung" tat besonders deshalb not, weil man in Nußland einerseits glaubt, die Zeiteu der Heiligen Allianz mit ihren bösen Folgen für die innere Politik könnten zurück­kehren, und weil anderseits angenommen wird, Deutschland beabsichtige im nahen Orient in die russischen Interessen einzudringen. Die liberale Presse, die sonst Träger des zuerst genannten Gedankens ist, hat sich gegenwärtig nicht geäußert; wohl aber hatNowoje Wremja" den Befürchtungen wegen der Orientpolitik in einem Leitartikel Ausdruck gegeben, den der Herr Minister sünf Stunden vor Peters­burg, in Luga, zu Gesicht bekommen haben mag. Dieser Leitartikel (Nr. 12437 vom 8. November) weist unter der SpitzmarkoEwig dasselbe" die Sorge zurück, Herr Ssasouow habe sich in Potsdam durch die Aufmerksamkeiten des ihm zuteil gewordenen Empfanges einwickeln lassen. Das geschieht aber in solcher Form, daß der Leser am Schluß die Überzeugung haben muß, Ssasonow sei doch übers Ohr gehauen worden und Rußland mache sich lediglich zum Werkzeug der deutschen Politik, insonderheit einer Annäherung Deutschlands an England. Solche Hintergedanken entstehen leider angesichts der außergewöhnlich ehren­vollen Begrüßung unseres künftigen Ministers für die auswärtigen Angelegen­heiten durch die deutsche Presse ... O, wie einfach würden sich alle russisch- deutschen Fragen erledigen, wenn die Führer der deutschen öffentlichen Meinung nicht an Größenwahn litten und die russischen Diplomaten nicht für