Zur Frage der Fleischteuornng
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konfessionellen Hasses. Sollte diese Fanatisierung der Menge sich als Korrelat der Emanzipation der mohammedanischen Welt erweisen, so müßte dadurch offenbar auch der allislamischen Bewegung eine höchst gefährliche, friedensfeindliche Orientierung gegeben werden; hoffentlich handelt es sich hier lediglich um die vorübergehende Begleiterscheinung einer unreifen Sturm- und Drangperiode.
Zur Frage der Fleischteuerung
von Handelskammersyndikus Bendel-Frankfurt a, <v,
ereits seit einem Dezennium erschallt in Deutschland die Klage, daß neben der allgemeinen Teuerung aller Lebensmittel die Preise für Vieh und Fleisch so in die Höhe gegangen sind, daß mit Fug und Recht von einer Fleischteuerung oder Fleischnot geredet werden kann. Ein Unterschied zwischen dem Wesen einer Fleischteuerung oder Fleischnot, wie er theoretisch konstruiert ist, ist im praktischen Leben nicht vorhanden. Mag auch bei streug logischer Prüfung der Begriff „Fleischteuerung" ausdrücken, daß Fleisch, wenn auch zu erhöhten Preisen, vorhanden ist, während der Begriff „Fleischnot" das Vorhandensein von Fleisch in größeren Mengen leugnet, so kommt es in der Praxis sür den Fleischkonsumenten doch auf eins heraus, ob eine Fleischteuerung oder eine Fleischnot herrscht; das Fleisch wird für ihn eben teurer und führt eine Einschränkung des Fleischgenusses mit sich.
Das Vorhandensein einer Fleischteuerung kann zurzeit nicht geleugnet werden; auch die Regierung und agrarische Kreise geben das Bestehen hoher Fleischpreise zu, allerdings halten sie den jetzigen Zustand nur für „eine vorübergehende Erscheinung". Im Lichte der Statistik kann indes diese Meinung nicht aufrecht erhalten werden, denn gerade aus den Zahlen über die Fleischpreise in den letzten zehn Jahren ergibt sich ohne weiteres, daß die Fleischteuerung richtigerweise als ein von einem in das andere Jahr übergehender Zustand bei uns in Deutschland bezeichnet werden muß. Im Jahre 1900 kostete nach den amtlichen Berichten der Direktion des städtischen Vieh- uud Schlachthofs in Berlin der Doppelzentner Schlachtvieh bei Rindern 119,1 M, bei Schweinen 95,5 M, bei Kälbern 132,5 M. und bei Hammeln 112,3 M. Diese an sich nicht als niedrig zu bezeichnenden Preise waren bis 1909 bei Rindern auf 131,6 M,