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Die Krisis in der allislamischen Bewegung
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Die Krisis in der allislamischen Bewegung

Von Dr. Freiherr von NIackay-München

l ie neuzeitliche Geistesbewegung in der mohammedanischen Welt, die als Allislamismus bezeichnet zu werden pflegt, ist im Grunde so alt wie der Glaube des Großen Propheten selbst. Unter allen Geboten des Koran nimmt die Verpflichtung, daß jedes Mitglied der Gemeinde für die Ausbreitung deswahren" Glaubens mit des Schwertes und der Zuuge Kraft, mit bedingungsloser Hin­gabe der Persönlichkeit und des Vermögens wirkt, einen vornehmsten Platz ein. So sollte, da Kirche uud Staat nach den Anschauungen Mohammeds zwei untrennbare Begriffe sind, eine festgeschlossene, vom Pulsschlag eines Glaubens und eines Lebensgesetzes bewegte politisch-religiöse Volksgemeinschaft gegründet werden, die sich vermöge ihrer unbeugsamen Kampfesnatur von selbst weiter und weiter ausbreiten würde, um schließlich zu eiuem die ganze Erde um­spannenden Weltreich zu werden. Wie sehr der Islam sich äußerlich wenigstens diesem universalistischen Ideal genähert, ist bekannt. Seine Herrschaft umfaßt heute etwa zweihuudertunddreißig Millionen Menschen; sie erstreckt sich von? Jrtvsch und Ob bis zur südafrikanischen Union, von Bosnien und Polen bis zum Reich der Mitte und der zehntausend Inseln und hat überdies auch in der Neuen Welt, in Amerika und Australien, festen Fuß gefaßt. Innerlich freilich zerfiel das Ebenmaß des Organismus iu eben dem Umfang, als er äußerlich sich immer riesenhafter auswuchs. Dennoch aber blieb er schon um des Schwergewichts seiner Masse willen ein politischer und sozialer Machtfaktor ersten Ranges, und Europa hatte allen Grund, aufzuhorchen, als um die Wende des Jahrhunderts plötzlich von den Zentren der islamischen Geisteswelt aus der Aufruf an alle Muslims erklang: Verbrüdert euch zur Wiederherstellung Grcnzbvtm IV 1910 13