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Die Lage in Ungarn
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Die 5age in Ungarn

!ie Geschicklichkeit der Magyaren, immer einen tadellosen parla­mentarischen Aufmarsch auszuführen, was in Österreich regelmäßig mißriet, hatte ihnen im Verlauf der Jahre einen Einfluß gesichert, der eine Gefahr für die Monarchie zu werden drohte. Seitdem aber ihre stlbenstecherische Politik, durch solche Erfolge übermütig gemacht, einen Konflikt mit der Krone heraufbeschwor und in der Heeresfrage eine unzweideutige Niederlage erlitt, ist die Krisis überwunden. Das Land hat bereits dasunparlamentarische" Ministerium Fejervarn über sich ergehen lassen müssen, und das darauffolgende sogenannte Koalitionsministerium, das sich angeblich auf die die Trennung von Österreich fordernde Unabhängigkeitspartei stützte, hat einem zum ersten Male beiden Reichshälften gerecht werdenden Ausgleiche zugestimmt, der Ungarn vorläufig bis 1917, aber aller Voraussicht nach länger, an Österreich bindet. Das klingt schon einigermaßen wie ein Treppenwitz der Weltgeschichte. Aber die aktive Politik, in die Österreich-Ungarn endlich durch die Annexion von Bosnien und der Herzegowina eingetreten ist, hat es den Magyaren für alle Zukunft unmöglich gemacht, ihre bisherige Raub­politik gegen Österreich weiter zu betreiben. Die neuen Verhältnisse verlangen eine straffere Zusammenfassung der Monarchie, das zeigt sich deutlich in einem anderen Verhalten der Krone. Nach der pragmatischen Sanktion ist ihr die Hoheit über die äußere Politik und die Armee ausschließlich vorbehalten, für die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Reichshälsten war die gleiche Einheit nicht ausgesprochen worden. Daran hatte Kaiser Franz Joseph bis in die neueste Zeit mit der peinlichsten Genauigkeit festgehalten. Die Einheit der Armee und seine militärischen Hoheitsrechte hatte er in dem Armeebefehl von Chlopy am 16. September 1903 mit Entschiedenheit gewahrt, in den wirt­schaftlichen Ausgleichsstreit zwischen beiden Reichshälften griff er aber nicht ein. Grenzbowi III 1910 46