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Cavour
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(Lavour

von Chr, D, Pflaum-Rom

ehn Wochen vor seinen! Tode, in der Kammersitzung vom 27. Mürz 1861, erwiderte Camillo Gr»f Cavour vom Miniftertische aus auf eine unfreundliche Anspielung:Der Deputierte Ferrari hat mir die Ehre antun wollen, mich unter die Konspiratoren zu zählen. Ich danke ihm dafür und benutze die Gelegenheit, um der Kammer zu erklären, daß ich zwölf Jahre hindurch ein Konspirator gewesen bin. Ja, meine Herren, zwölf Jahre lang habe ich konspiriert mit allen meinen Kräften, habe ich konspiriert, um meinem Vaterlande die Unab­hängigkeit schaffen zu können! Indes habe ich in einer eigentümlichen Weise konspiriert, indem ich in den Zeitungen, im Parlament, bei den Beratungen Europas den Zweck meiner Konspiration proklamierte. Ich konspirierte ferner, indem ich Anhänger und Gefährten warb, und hatte zu Genossen das ganze oder fast das ganze subalpine Parlament. Ich erhielt zu Anhängern fast die gesamte nationale Gesellschaft, und heute konspiriere ich gemeinsam mit sechs­undzwanzig Millionen Italienern."

Diese Selbstkennzeichnung des Mannes, dessen hundertsten Geburtstag am 10. August Regierung und Volk des geeinten Königreichs Italien als nationalen Festtag begehen, kommt der meist verbreiteten Auffassung seiner Person und seiner Taten am nächsten. Italien hat ja viele und vielerlei Konspiratoren gehabt, aber keinen, der so großzügig, so systematisch, so eindeutig und so glücklich konspiriert hätte wie Cavour, auch keinen, der so von Jugend an in der gleichen Richtung konspiriert hätte.

Aus alter piemontesischer Familie, Zögling der Turiner Militärakademie, auf Betreiben des Vaters Page des Thronerben Karl Albert, mißachtete er schon als Sechzehnjähriger unverhohlen den Hofdienst und erklärte sich stolz,die Grmzboten III 1910 32