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Liberalismus und Organisation?
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Liberalismus und Organisation?

von pnul Feucht-Stuttgart

ir wagen ein unbotmäßiges Fragezeichen hinter diese Organisation zn setze», die heute mit dem gebieterischen Ansrufzeichen wie mit einen: Zepter und Marschallstab aufzutreten liebt. Wir setzen sogar zwei Fragezeichen, das eine hinter die Sprachgestalt, das andere hinter den Sachgehalt. Mit der Sprachgestalt können wir nns kurz fassen: Organisation ist kein Rassewort, sondern ein Scherenschleifer mit griechischem Rumpf und lateinischen! Schwanz, der sich auch noch französisch trägt. Als Rassewort müßte das wenigstens Organik oder Organose heißen.

Alsbald indem wir so am griechischen Stamm hinabgraben, kommen wir auch schon von der Sprachgestalt zum Sachgehalt, kommen zur Stelle, wo die griechische Organik wurzeleins ist mit dem deutschen Wirken und Verwirke» und Verwirklichen.Lasset uns wirken, solang' es Tag ist": das wäre der schlicht wörtliche, weiteste Sinn derOrganik mit Ausrufzeichen". Wie den Pflanzenforscher, so führt auch den Wortforscher die Wurzel-Ergründung dann weiter von der Form zum Wesen, zur Erkenntnis von Saft und Kraft des ganzen Gebildes. Ordentlicherweise will alsbald eben diese Frage nach dem Sachgehalt nicht nur aus der Sprache, sondern auch aus der menschlichen Gesell­schaft und Geschichte herausgewurzelt sein.Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei", sprach nämlich der Schöpfer und gab ihm eineorganische Ergänzung" oder einergänzendes Organ", wenn wir den Urtext genau nehmen wollen. Und die erste Organisation war vollbracht, Organisation bereits im engeren Sinn. Und wie hier der Schöpfer in der Ehe nicht Gleich zu Gleich fügte, sondern die ungleichen Organe erst zu einen: gleichen neuen Schöpfungszweck vereinigte, so will er alle weitere Organisation verstanden, will auf der Ehe und den Familien die Gemeinde, auf den Gemeindell den Staat, auf den Staaten dereinst vielleicht einen Areopag und Organismus der Völker errichtet sehen. Gebilde immer nach dem Muster des körperlichen Organismus, all den: auch kein Teil dem andern gleich sei, sondern jeder etwas Neues, Eigentümliches zum Ganzen hinzubrächte.

Organisation im weiten Sinn, wäre also jede Verwirrung von Or­ganen, von Schöpfungsgliedern miteinander und dadurch Verwirklichung einer höheren Schöpfnngsstufe. Soeben aber haben wir sie schon in jenem