Argentinien
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daß auch sie ganz bitterlich ringen, nicht anders, als wie Jakob rang mit einem fremden starken Mann, bis er ihn segnete? Aber es ist spät und dunkel. Es sind schon alle fort.
Gert: Und das willst du ganz fortlassen, das Intuitive, Spontane, mit einem Wort das Schöpferische, das sich in Werken zu entladen drängt? Diesen kosmischen Unterton willst du ganz leugnen? Einer, den du auch liebst, hat doch gesagt: Dichten heißt die Welt wie einen Mantel nm sich schlagen und sich wärmen. Thom, die Welt!
Thom: Du kannst den ganzen Kosmos durch dich fluten fühlen und brauchst doch nur ein Schwätzer zu sein. Ich halte mich an Rodins hartes Wort, daß es überhaupt keine Kunst gibt, sondern nur ein Handwerk. Vielleicht gibst du mir noch einmal recht. . .
Argentinien
von Vbcrst a, T>, von Kornatzki - Berlin
m 23. Mai 1810 war die Plaza Manor zu Buenos Aires trotz des schlechten Wetters gedrängt voll von Menschen. Alle trugen im Knopfloch oder am Hute weiße und himmelblaue Bänder. Man wartete ungeduldig auf den Ausgang der Beratungen des Cabildo, der sich an Stelle der durch Massenaustritt aufgelösten alten Junta gebildet hatte. Als schließlich die Beratungen dem Volke zu lange dauerten, schrieb Berutti die Namen derjenigen Personen auf einen Zettel, die Tags zuvor im Hause von Rodriguez Perm zur Bildung der neuen Regierung bestimmt worden waren. Die Liste wurde durch Zuruf in öffentlicher Abstimmung gebilligt, dem Cabildo überreicht und unter dem Druck der öffentlichen Meinung durch ihn angenommen. Präsident wurde Don Cornelio Saavedra; unter den Mitgliedern befanden sich Manuel Belgrano und Mariano Moreno. An demselben Nachmittag noch leisteten die Mitglieder den Eid und Saavedra sprach vom Balkon des Regierungsgebäudes zum Volke, es zur Ordnung und Eintracht ermahnend.
So endete eine drei Jahrhunderte lange Epoche der Unterdrückung durch das spanische Mutterland. Der 25. Mai ist der denkwürdige Tag, der dem argentinischen Volke die Unabhängigkeit gab.
Die argentinische Republik hat ihre Unabhängigkeit gegen äußere und innere Feinde zu verteidigen gewußt und sich allmählich zu einem modernen Kulturstaat entwickelt. Ausgezeichnete Präsidenten wie Mitrc und Sarmiento haben den Volksunterricht, Ackerbau und Handel gehoben; General Noca hat vor seiner ersten Grenzboten II 1910 S2