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Die Idee der Humanität und die Freimaurer
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Gesellschaft, Sitten und Salons unter dem Direktorium

Gottesgemeinschaft, die nur im Jenseits möglich ist, den Glauben und den Trieb zu einer innerweltlichen Glaubensgemeinschaft schädigt und die Energie, die auf den Aufbau des Gottesreiches im Diesseits gerichtet sein sollte, lahmt und beeinträchtigt. Eben der Aufbau dieses Gottesreiches oder, wie es in der Sprache der Humanität heißt, die Erziehung des Menschengeschlechts war das Ziel, welches sich die hervorragendsten Vertreter des Humanitätsgedankens gesteckt hatten und welches noch heute als der eigentliche Kernpunkt der Lehre der Freimaurerei zu betrachten ist. Die Stärkung der sittlichen Tatkraft, auf die ihr Hauptstreben gerichtet war und ist, betrachteten sie als den Lebensquell jeder wahren Religiosität, die sie ebenso wie die Kirchen von ihren Anhängern forderten.

Wem: trotzdem die Kirchen und ihre Vertreter die Freimaurer als Frei­geister, Gottesleugner, Atheisten und Revolutionäre kennzeichnen zu müssen glauben — nach der „Germania" hat sich sogar Kaiser Wilhelm der Erste, der ebenso wie seine Vorfahren Maurer war, der Begünstigung der Revolution schuldig gemacht —, so beweist das lediglich, daß sie die Hürden ihrer Heerden mit den schärfsten Waffen, über die sie verfügen, vor den Wölfen schützen zu müssen glauben. Selbstverständlich ist es dann doppelt schmerzlich, beobachten zu müssen, daß auch diese Waffen sich mehr und mehr als stumpf und schartig erweisen. Z,

Gesellschaft, Bitten und Salons unter dem Direktorium

iM5 bis 5799)

von Friedrich ZN, Aircheiscn

^ er 9. Thermidor hatte der Schreckensherrschaft und ihrem Diktator ein Ende gemacht. Man brauchte jetzt nicht mehr ausschließlich mit der Sorge um sein Dasein beschäftigt zu sein: das bisher geführte politische Leben machte endlich wieder dem Privatleben Platz. Wie aus einem schweren Traume erwachend stürzten sich die Pariser in den betäubenden Wirbel von Vergnügungen aller Art; sie waren ja nun nicht mehr einer tyrannischen Zensur unterworfen. Zu lange hatte man danach geschmachtet, zu lange die barbarischen Zerstreuungen der öffentlichen Hinrichtungen genossen, die wahre Volksfeste mit Musik und T«H geworden waren, zu lange hatte man in spartanischer Einfachheit gelebt! Man lechzte sörmlich nach verfeinerten, zivilisierteren Genüssen.

Die Veränderung war verblüffend. Eine ganz neue Gesellschaft bildete sich in Frankreich, eine schlecht erzogene, durch die Revolution vollkommen ver-