V.I-s'U^i ^ ^^^^^
Die polnischen Volksbanken in Gberschlesien
von Amtsrichter Dr. Trust Sontag-Uattowitz G.-S.
^ie Kampfperiode, in der das Deutschtum gegenwärtig mit I denl Polentum steht, und die sich von allen früheren Perioden dieses tausendjährigen Kampfes durch die Wahl der Waffen unterscheidet, mit denen der Kampf geführt wird, datiert seit dem Jahre 1864. Die polnische Revolution von 186Z, auf welche die Polen so große Hoffnungen gesetzt hatten, daß sie in Paris unvorsichtigerweise bereits einen Czartoryski zum Könige von Polen gekrönt hatten, war von Rußland mit energischer Hand niedergeschlagen worden. Die Einsicht dämmerte endlich den Polen, daß gegenüber militärisch so gewaltig gerüsteten Mächten, wie es die drei Teiluugsmächte sind, jede Erhebung mit Waffengewalt^ aussichtslos sei. Gleichzeitig mußten sie die Hoffnung zu Grabe tragen, daß die europäischen Westmächte Polen wieder errichten würden. Da trat die bange Frage an sie heran: Was nun? Wie könnten sie fortan das Polentum erhalten, wie es wieder emporführen? Diese Frage soll damals ein angesehener Pole in Paris dem französischen Staatsmann Thiers vorgelegt haben, und dieser soll geantwortet haben: ,,LnriLki8SL2-vou8!" Daß Thiers wirklich diese Äußerung getan hat, ist nicht verbürgt; es kommt aber auch gar nicht darauf an, jedenfalls erleuchtet sie mit einem Schlagworte den von da ab von den Polen beschrittenen Weg des wirtschaftlichen Kampfes. Natürlich ist dieser Weg nicht sofort zielbewußt betreten worden, sondern es hat längere Jahre des Tastens uud Erprobens bedurft, bis den Polen erst klar wurde, daß sie den auf. politischem und militärischem Gebiete verlorenen Krieg auf dem wirtschaftlichen, mit Aussicht auf Erfolg fortsetzen können. Aber sie haben doch unter den . Führern der sechziger Jahre bereits einen Kopf gehabt, welcher ihnen den jetzt mit so vielem Erfolg beschrittenen Weg mit aller Klarheit gewiesen hat. Es Grenzvoten II 1910 S1