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Echte, Gediegene von einer leichteren persönlichen Nuance (auch durch die Maschine hindurch) Bestimmte zu lieben. Wir haben dabei im Auge, daß jedes Ding seiner Herstellungsart und seinem Material gemäß behandelt sei. Daraus folgt, daß wir ein erhöhtes Interesse an dem Konstruktiven haben, wie denn überhaupt der Rationalismus im modernen Kunstgewerbe zur Betonung der konstruktiven Elemente, und somit zu einem konstruktiven Stil geführt hat. Alles, was unserer Zeit den Stempel gibt, die Maschine, die Eisentechnik, die industrielle Produktionsweise, aber zugleich auch die persönliche Eigenart und Unabhängigkeit, drückt sich in den modernen Kunstgewerbe aus. Das Möbel ist infolge des schon seit dem achtzehnten Jahrhundert (in England) gänzlich industrialisierten Tischlergewerbes maschinell hergestellt, daher glatt, schlank, präzis; aber der persönliche Sinn des Zeichners oder Künstlers durfte sich den Luxus eines passenden Flächenschmuckes erlauben. In den Tapeten- und Möbelbezügen darf das Ornament, das sonst verbannt ist, neue Triumphe feiern, an den Wänden haben wir, wenn es zu guten Werken der Malerei nicht reicht, Originalholzschnitte oder Steinzeichnungen von bedeutender künstlerischer Marke; die Kleinplastik erlebt wieder eine neue Blütezeit, seit es keramische Künstlerwerkstätten und die Kopenhagener Porzellanfabriken gibt, die ein nacheiferns- wertes Vorbild sind. Wie sehen dagegen die Interieurs der siebziger Jahre aus, mit den galvanischen Reproduktionen, den maschinenmäßigen Schnitzereien an allen Ecken und Enden, den Makartbuketts, den Butzenscheiben, und falschen olair-vbsLur-Stimmungen? Aber wir Heutigen erfüllen nur, was sich im Grunde schon in den siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts und in den früheren Epochen vorgebildet hat. Damals entstanden die Wirtschafts- und Herstellungsprinzipien, die noch nicht ihre eigene Ausdrucksform gefunden hatten. Diesen Stil, der nicht nur unserer geistigen Verfassung, sondern vor allem auch dem komplizierten Apparat unserer Arbeits- und Lebensweise entspricht, hat die Moderne verwirklicht. Auch die frühereu großen Epochen haben sich auf diese Weise verwirklicht, wenn auch nicht in solcher konsequent konstruktiven Weise, sondern mehr ornamental. Trotz dieser äußeren starken Verschiedenheit können wir aber doch eine gewisse Kontinuität der Formen der Vergangenheit und der Neuzeit feststellen, soweit es die organische Form betrifft. Lehnerts Geschichte des Kunstgewerbes gibt höchst interessante Studienmöglichkeiten, Vergleichsmatcrialien, um zu erkennen, was wir mit der sehr verschieden gearteten Vergangenheit gemeinsam haben und was uns trennt. Die kühle, sachliche, zurückhaltende Objektivität des Werkes ist ein Vorzug; dem Inhalt einen eigenen Sinn und Zusammenhang zu geben, ist Sache des Lesers, der Dank dafür weiß, daß man ihn nicht bevormunden Will. Joseph Aug. Lux
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Besprechung einzelner Merke vorbelMen.
Bclow, Dr, G, von: Die politische Lage im Reich und in Baden, Carl Winter's Uni- versitats-Buchhaudluug, Heidelberg. M, ».80.
Fcstcnbcrg, Hcrm, von: Rittsr Kuno »nd sei» Knappe. Deutsches Druck- und Verlags-Haus, Berlin.
Der KriencrvcrrinSvorstand. Herausgegeben vom Verstand des Deutschen Kriegerbuudes. Selbstverlag des Deutschen Kriegerbuudes.
Bctrachtnnacn und Erinncrunnrn eines alten Bergknappen. Friedr. Ebbecke's Verlag. Lissa i. P. M, 0.30.
Fcstcnlicra., H. von: Faschiug. Schwank iu 3 Auszüge».
Festcnlicra, H. von: So geht'S halt bei den
Preußen zu. Lustspiel in 4 Auszügen. Matthcö, Georg: Statistik der an deu höheren
t e ch n i s ch e n S ch n l c n g e l e h r l e n D i S z i p Ii n e n.
Will). Jhleib, Berlin. M. I.—. Brunn, LanridS: Von Zani'ens glückliche Zeit.
S. Fischer Verlag. M. 1.—. Stowosscr, I. M.: G ri e ch enl>> ri k und Nömer-
lqrit. Carl WiulcrS NnivcrsitälS - Bnchhandlung,
Heidelberg. Znsammen M. 6.—. Die Fndcnponromc in Nusjland. I. nnd II. Teil.
Herausgegeben im Auftrage des Zionistischen Hilss-
souds in London. Jüdischer Verlag. Köln uud Leipzig. Stcincr, Alb.: Der Kampf ums Glück. Otto
Weber, Leipzig. M. 5.50.
Für die Herausgabe verantwortlich: G e orge Clc ino w in Berlin-Schönebcrg. t,<i-rr 0r. Paul Mahn ist bis Mitte Mai verreist.) Verlag der Grenzbotcn G. m. b. H. in Berlin SV. 11. Druck: „Der Reichsbote" G. m. b. H. in Berlin SV. 11, Dcssancr Straszc 37.