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Eine zeitgemäße Abraham a Santa-Clara-Predigt
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Gskcir Jäger

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weilig darf er nicht werden! Was liegt da näher, als daß er sein Werk mit einer möglichst kräftigen Sauce von Erotik übergießt und so den hauptsäch­lichsten Stein des Anstoßes gleich von vornherein beseitigt? Vorerst hat es noch nicht den Anschein, als ob der, wenn ich nicht irre, von Carmen Sylva vor­geschaute Jdealroman der Zukunft, der den getrennt geschlechtlichen Reiz völlig entbehren soll, besonders Furore machen wird. Leicht möglich, daß unser ganzes Jahrhundert sich für ihn als noch nicht reif genug erweist!")

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Gskar Jäger

von Dr. Julius voigt

2. März ist in Bonn Oskar Jäger im Älter von fast achtzig M^^U« S» Jahren gestorben, nach einem ^eben, welches köstlich genannt «^MzIM-M werden kann in: Sinn des Psalmisten, reich an Mühe und reich aber auch an dein (Äiick innerer Befriedigung, wie U^ !il M? A^> he,,, z^il wird, für den innerer und äußerer Beruf ein und dasselbe ist. Dem größeren Publikum war Oskar Jäger durch seine Geschichts­werke bekannt. Seine Wertschätzung als Schulmann und Pädagoge blieb in der Hauptsache dem engeren .Kreis der Fachgenossen vorbehalten.

Über fünfunddreißig Jahre hat Oskar Jäger als Direktor dem Friedrich- Wilhelms-Gymnasium zu Köln vorgestanden, so manchen jnngen Lehrer als Leiter des mit jener Anstalt verbundenen pädagogischen Seminars praktisch inLehr­kunst uud Lehrhandwerk" eingeführt, so manchen Studenten später als Professor der Pädagogik der Universität Bonn auf seinen hohen, oft so dornenreichen Beruf vorbereitet.

") Wir finden in den vorstehenden Ausführungen viel Beherzigenswertes, sind aber in mancherlei Einzelheiten keineswegs einverstanden. Was aus einen: Roman ohne dengetrennt geschlechtlichen Reiz" werden sollte, ist uns unerfindlich. Schließlich gehört doch auch dieser ,Reiz' zu unserer Menschuatur, uud wenn mancher aus ihn: nur dasTierische" herausholen wird, so werden ihm andere die edelsten und feinsten Antriebe zu entlocke» wissen. Daß ein Roman unter keinen Umständenlangweilig" sein darf, ist allerdings auch unsere Ansicht. Es gibt schon Menschen genug, die uns anöden; wir brauchen es uns nicht auch uoch von Büchern gefallen zu lassen. Selbst eine schwere Gednnkcnfracht läßt sich vor dem gebildeten Leser so voller Grazie auspacken, daß er gefesselt wird. Ein Schriftsteller, der das bei dem ihm willig entgegenkommenden Gebildeten nicht erreicht, ist selber langweilig oder ist stilistisch faul und hat iu beiden Fällen das Recht verwirkt, das Ohr anderer besitzen zu wollen. Nur Stumpfe und Unselbständige fallen auf den Wahn hinein, daß sogenanntewahre" Kunst oder alles Tiefe allzu schwer sei und nicht auch fesseln könne. Freilich spielt der geschlecht­liche Reiz bei manchem eine große Rolle. Sicher ist aber auch, daß jener Reiz allein, in geist- und kunstloser Behandlung, meistens abstößt. Es gibt nichts Langweiligeres, als