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Aus dem englischen Parlament
von s> Simmonds, London
ach erbittertem, für die Liberalen siegreichem Kampfe versammelten sich am 21. Februar in dem historischen Parlamentsgebäude die ! britischen Volksvertreter, und mit allem Pomp hat das Königspaar eine Regierungsperiode eröffnet, die eine große Tragweite in der Geschichte Englands zu gewinnen verspricht. Die bevorstehenden Verhandlungen werden auch für das Ausland viele interessante Fragen behandeln. Doch um die Situation voll zu verstehen, muß man auf das Jahr 1906 zurückgreifen. Damals wurde die konservative Partei gestürzt, die mit einer Unterbrechung von nur drei Jahren seit 1886 unausgesetzt die Regierungsgeschäfte geleitet hatte.
Als Hauptursache für den Sturz der Konservativen ist der südafrikanische ^rieg zu nennen. Der hatte von dem englischen Volke neben endlosen Enttäuschungen ungeheure pekuniäre Opfer gefordert und wollte nach Beendigung lahrelang die erwarteten Borteile nicht bringen. Um der neuen Kolonie den Wiederaufbau der Industrie zu erleichtern, waren von der Regierung bedeutende Subsidien gewährt worden. Auch die blieben ohne den gewünschten Erfolg.
hieß, daß der Arbeitermangel den Fortschritt hemme. Mau verfiel nach Übereinkunft mit der chinesischen Negierung auf die Einfuhr gelber Coolies. Die Maßregel fand von vornherein beim englischen Volke sehr geteilte Beurteilung und erwies sich auf die Dauer als eine soziale Unmöglichkeit. So entstand der Sturm, der mit dem Sturz der konservativen Regierung endete. Ihren Anhängern mußte er als besonders unzeitig erscheinen, da Mr. Chcnnberlain, der frühere Kolonialminister und derzeit gefeiertste Staatsmann, mit hinreißender Redekunst das Volk für die Idee zu begeistern suchte, durch Abschaffung des seit den vierziger Jahren bestehenden Freihandels und Einsührung von Schutzzöllen, unter Begünstigung Grcnzboten I 1S10 «7