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Im Kampf gegen die Übermacht : Roman : Übersetzung von Mathilde Mann
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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Nach einer Weile kam Jungfer Thorborg mit dem Kaffee. Guten Morgen I" sagte sie munter. Er wurde dunkelrot.

Guten Morgen," sagte er fast unhörbar heiser.-

Sie schenkte ihm ein und stellte die Kaffeekanne auf das Kohlenbecken.

Joseph!" rief sie ihm zu und lief zur Tür hinaus.

Der Tag verging und andere Tage folgten.

Und es war eine böse Zeit für Sören Römer.

(Fortsetzung folgt.)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin, 13. März 1910.

(Der Kampf um die Wahlrechtsreform. Die fortschrittliche Volkspartei. Wahl­rechtsspaziergänge. Die Brüder Mannesmann.)

Was auch die Fehler des preußischen Abgeordnetenhauses sein mögen, es arbeitet jedenfalls rasch und sicher und vertut nicht die Zeit mit überflüssigen Reden. Schon ist man mit der zweiten Lesung der Wahlrechtsvorlage im Plenum beinahe fertig. Freilich kann man darüber keine reine Freude empfinden, denn trotz der schnellen und dabei keineswegs ungründlichen Durchberatung der Vorlage ist die allgemeine politische Lage zum Teil noch ungeklärt; soweit sie aber geklärt ist, sehr schwierig und unerquicklich. Für den oberflächlichen und unkundigen Beobachter zwar liegt alles außerordentlich einfach. Für die Beschlüsse der Kom­mission ist eine Mehrheit auch im Plenum vorhanden; diese Mehrheit, bestellend aus Konservativen, Freikonservativen nnd Zentrum, hat also tatsächlich ein neues Wahlgesetz geschaffen, und die Negierung brauchte nur zuzugreifen, wenn es ihr auf weiter nichts ankäme, als ihres Versprechens hinsichtlich einer Revision des Wahlrechts los und ledig zu sein. Aber eine weiterblickende Regierung kann sich auf diesen bequemen Standpunkt unmöglich stellen, wenn sie nicht die llbelstände, mit denen wir gegenwärtig zu kämpfen haben, außerordentlich verschärfen will. Bis jetzt hat die Regierung unzweifelhaft den Willen gehabt, den Riß zwischen Konservativen und Liberalen, den die Reichsfinanzreform geschaffen hat, zu über­brücken. Ob sie zur Verwirklichung dieser Absicht seit dem vergangenen Sommer immer die richtigen Mittel gewählt hat, ist dabei wieder eine Frage für sich, die wir hier nicht erörtern wollen. Aber die Absicht, über den Parteien zu stehen und zwischen den Gegensätzen zu vermitteln, war vorhanden. Wenn jedoch das Ergebnis der zweiten Lesung der Wahlrechtsvorlage die Zustimmung der Regierung findet, dann wird im Lande niemand mehr an die soeben bezeichnete Absicht oder gar an die Selbständigkeit der Regierung glauben. Und mag eine solche Erfah­rung hier Schmerz und dort Freude erregen, zum Segen kann sie unsrer poli­tischen Entwicklung in keinem Falle gereichen. Es handelt sich hier um Erwä­gungen, bei denen nicht die eindringende Sachkenntnis des eingeweihten Fach­manns den letzten Ausschlag gibt wie das selbstverständlich bei vielen Fragen Grenzboten I 1910 66