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Die deutschen Schiffahrtsabgaben und das Ausland
Denn so empfindlich und reizbar, wie wir Reichsdeutsche in allem sind, was unsere eigene liebe Persönlichkeit angeht, genau so empfindlich ist der Schweizer überall da, wo er mit Recht oder Unrecht eine reichsdeutsche Einmischung in die Angelegenheiten seines Landes wittert. Und dann, wer selber im Glashause sitzt, soll nach andern nicht mit Steinen werfen: die schamlose Bevorzugung der französischen Sprache als der „vornehmeren" kann man in Stuttgarter und Berliner Gasthöfen ebensogut erleben wie in Zürich und Bern. Also alles mahnt uns: Fangen wir bei uns selber mit der Pflege reindeutscher Sprache, wahrhaft deutscher Gesinnung und Lebensführung an; dann folgt das andere, die Festhaltung der Deutschschweizer beim geistigen Deutschland, ganz von selbst nach.
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Die deutschen Schiffahrtsabgaben und das Ausland
urch die Vorabstimmung im Bundesrat über den preußischen Entwurf betreffs Wiedereinführung der Schiffahrtsabgaben ist diese bedeutsame Frage grundsätzlich entschieden worden, und zwar im Sinne Preußens. Alle Hoffnungen der Abgabengegner auf das Festbleiben von mindestens vier thüringischen Staaten, wodurch eine Verfassungsänderung unmöglich gewesen wäre, sind fehlgeschlagen. Nur die beiden Reuß haben im Verein mit Sachsen, Hessen und Baden, die durch die Schiffahrtsabgaben am meisten betroffenen Staaten, dem führenden Bruder im Reiche die Stirne geboten. Erst am 26. Januar ist Sachsen-Meiningen abgefallen, so daß die für Preußen günstige Stimmung also erst in zwölfter Stunde eingetreten ist.
Die wirtschaftlichen Nachteile dieses preußischen Sieges haben wir bereits in Nummer 6 erörtert, auf die innerpolitischen kommen wir gelegentlich noch zurück. Der Sieg Preußens scheint uns ein Pyrrhussieg des Reichsgedankens!
Aber die Einführung der Wasserzölle auf den bedeutsamsten schiffbaren Strömen berührt die reichsdeutschen Interessen nicht allein. Von der für Dreihunderttonnenkähne zugänglichen Elbstraße gehören 109 Km österreichischen Landen an und die Mündungen des Rheins liegen im Königreiche der Niederlande. Sonnt ergibt sich also die Notwendigkeit, mit diesen beiden Staaten ein Einverständnis zu erzielen. Im Falle einer Oberrheinregulierung bis zum Bodensee wird auch eine Vereinbarung mit der Schweiz erforderlich. Als in den Flitterwochen des Deutschen Reichs die Abgabenfreiheit auf den deutschen Flüssen gewährleistet wurde, da sprach man von einer der größten Errungenschaften des internationalen Verkehrs und begrüßte die neue Maßnahme als