Mehr Achtung vor Frankreich!
von prost Dr. Ld, Heyck
is 1870 sah sich Frankreich als die „große" Nation nnd ward von dein übrigen Festland im ganzen entsprechend eingeschätzt. Daß tatsächlich England Vormacht und Vorrang besaß, störte nicht viel, denn universalgeschichtliche Wendungen brauchen Jahrzehnte und zuweilen Jahrhunderte, bis sie von jedermann begriffen werden. Das Geschehnis von 1870 bedeutete demnach mehr als einen verlorenen großen Krieg oder als die Döbacle einer episodischen Regierungsform; es enthielt die europäische Entthronung der Nation. Zwar keine unvorbereitete. Ihre Geschichte beginnt spätestens mit den politischen Torheiten unter Ludwig XV., die man gewöhnlich der Pompadour in die Rokokoschuhe schiebt, weil immer das oberflächlich Bequemste dazu genommen wird, daß es die „Schuld hat". Das ancien röZime begründete die Lage, Bonaparte hat sie nicht wieder ändern können, England blieb Sieger. Bei Belle-Alliance endeten seine zwanzigjährigen Sorgen, es ward nun wieder unbehelligt die erste Macht, die sämtliche Fäden mit leichter Mühe lenkte, die Weltherrscherin, die es auf den Schlachtfeldern Friedrichs des Großen nebst denen in Kanada und vorher schon auf denen des spanischen Erbfolgekrieges geworden war. England uns weit voraus erhob die Hand des germanischen Volkstums über die Weltgeltung der Romanen. Preußen, das durch Menschenalter hierzu nur sekundär geholfen hatte, trat endlich selbständig hervor und machte die Wendung so aus der Nähe sichtbar wie noch nie. Verantwortlich ist es letzten Endes nicht für sie, aber es brachte sie zum eindrücklichsten, erschreckenden Bewußtsein.
Um so mehr war nun die Wiederherstellung um jeden Preis das einzig Denkbare für eine Nation, die noch zuletzt in Gambettas tüchtiger Führung die unverlorenen sittlichen Kräfte offenbart. Der Revanchegedanke wäre ohne den
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