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Im Kampf gegen die Übermacht : Roman : Übersetzung von Mathilde Mann :
(Fortsetzung.)
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In: Aampf gegen die Übermacht

Roman von Lernt Lie Lerechtigte Übersetzung von Mathilde Mann

(Fortsetzung.) ^ ,

Ein großer Kronleuchter mit Glasprismen hing mitten von der Decke herab. Um den runden Tisch an der Längswand saß ein Kreis älterer Damen, alle mit weißen Hauben und alle mit Handarbeiten, Nähtereien, Häkelarbeit und bunten Stickereien. Mit Ausnahme dieses Rundkreises standen die Möbel zierlich längs den grüngestrichenen Leinwandwänden, geschnörkelte Stühle, ein Mahagonischrank und Tische mit gehäkelten Decken. Im Schein vieler Wandlampetten glitzerten und schimmerten Porträts und Bilder in Glas- und goldenen Rahmen.

Es duftete nach Lavendel- und Rosenöl.

Madame Steenbuk stand sofort auf und ging ihm entgegen. Sie führte ihn an den Tisch und stellte vor. Auf dem Sofa au der Wand saßen die Bischöfin und die Pröpstin. Dann kamen zwei Pfarrersfrauen aus den benachbarten Gemeinden und eine Reihe Madamen mit guten Nameu aus den Handelsorten im Umkreis der nächsten Meilen. Sowie endlich Jungfer Tostrup, Jungfer Kane und Tante Marena.

Der Pfarrer ging von der einen zur andern uud schüttelte ihnen die Hand. Alle mit Ausnahme der Bischöfin und der Pröpstin erhoben sich und machten einen Knix, indem sie ihn willkommen hießen. Es war ein förmliches Rauschen von seidenen Kleidern mit gesteiften Röcken darunter.

Die Bischösin fragte freundlich nach seiner Reise und bedauerte die barsche Jahreszeit. Die Pröpstin beglückwünschte ihn wegen des guten Hauses, in das er gekommen war, so bedauerlich es ja auch sei, daß der Pfarrhof so vollständig verfallen wäre. Die Bischöfin konnte ihn damit trösten, daß die Jnstandsetzungs- arbeiten zum Frühling in Angriff genommen werden sollten.

Madame Steenbuk Dankerts Frau hoffte darauf, daß der Pfarrer in Scmdövär gut behandelt worden sei. Der Pfarrer konnte nicht genug danken für die gute Beförderung und namentlich für die warmen Kissen und Decken, die er im Boote vorgefunden hatte.

Jungfer Kane mußte Gott so recht von Herzen preisen, daß sie wieder einen Pfarrer bekommen hatten. Seit vier Jahren war die Storsleter Gemeinde wie eine Herde ohne Hirten gewesen.

Mit einiger Heftigkeit erinnerten die beiden Pfarrerfrauen daran, daß ja doch die Geistlichen aus den Nachbargemeinden ihr Bestes getan hatten. Jungfer Kane überhörte sie indessen völlig und fuhr fort, sich mit sanfter Trauer über die vernachlässigte Gemeinde zu ergehen. Die Bischöfiu rückte zum Entsatz der gekränkten Frauen herbei, aber Jungfer Kane schüttelte ihre weißen Locken und blieb bei ihrer Behauptung. Die Damen wurden ganz eifrig und laut, und Pastor Römer stand unschlüssig da, als Herr Willatz Steenbuk aus dem Nebenzimmer trat.

Nun, da haben wir ja unsern Mcmnl Machen Sie nun ein Ende mit Ihren Komplimenten für die Damen," sagte er.Aha! Dorthe Kane hält Sie gefesselt! Ja, das konnt' ich mir denken, daß ihr junges jungfräuliches Blut in Wallung geraten würde! Aber diesmal muß sie sich nun doch einen Zaum anlegen. Wir haben ja außerdem das Haus voll von andern jungen Leuten!

Pfui, Herr Steenbuk, jetzt sind Sie recht ungezogen gegen Jungfer Dorthe!" schalt die Pröpstin.

Grenzboten l I91N 40