Braucht Zaxan Arieg?
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froh lesen kann, ganz und gar weiblich, ganz und gar menschlich, von seelischer Feinheit und doch ohne psychologische Spitzfindigkeit, hell und heiter, aber nicht ohne Ernst, gar nicht spielerisch und doch oft wie ein Helles, glückliches Spiel, kurz und gut eine Erquickung, der sich kaum irgendein Empfänglicher wird entziehen können. Es ist ein Buch, vor dein man ästhetische Maßstäbe schließlich willig aus der Haud legt, ganz hingegeben an den Reiz der Erzählung; nimmt man sie dann aber wieder auf, so merkt man erstaunt, daß man sie gar nicht zu verkleinern braucht, denn auch ästhetisch hält sich dies schlichte Werk vollkommen, weil es so ganz und gar voller Leben, voll wahrer Menschlichkeit und in seiner Schlichtheit nicht ohne die Tiefe ist, aus der allein Schicksal und Anteil erwachsen.
Braucht Japan Arieg?
m Februar 1910 werden es sechs Jahre, seit der japanisch-russische Krieg begann. Die Japaner machten ihre Sache gut. Und die Engländer und Amerikaner hingen das Bild der Sieger in den goldigsten Nahinen ihrer Presse. Die Anglikaner lobten indes nicht nur die Kriegstaten, sondern stellten auch die Kultur der Japaner in mancher Beziehung als sehr hoch uud nachahmenswert und die Japaner geradezu als Mustervolk hin.
Das hat nun freilich ausgehört. Die internationalen Beziehungen Japans sind kühler geworden. Die Vereinigten Staaten haben die Einwanderung von Ostasiaten äußerst erschwert. Präsident Taft ist vorsichtiger und ruhiger als sein Vorgänger. Er will uicht durch impulsive Reden eine Kriegsgefahr heraufbeschwören. Aber als ehemaliger Gouverneur der Philippinen und Kenner der Verhältnisse legt er den ostasiatischen Fragen besonderes Gewicht bei. Canada und Australien wehren sich gegen die Einwanderung ebenso energisch wie die Vereinigten Staaten. In Hongkong und Singapore werden die Besatzungen und die Befestigungswerke verstärkt. Rußland hat in Ostsibirien rund viereinhalb Armeekorps stehen, also erheblich mehr als vor dem letzten Kriege. Das englisch-japanische Bündnis besteht fort, aber es hat seine aggressive Tendenz verloren, seit England und Nußland sich verständigten. Infolgedessen hat auch Japan eine Revision seines politischen Systems vorgenommen und sich bemüht, zu China bessere Beziehungen herbeizuführen.
Der kürzlich abgeschlossene Vertrag zwischen Japan und China, dem die europäische und amerikanische Presse vielfach eine übertriebene Bedeutung beigelegt hat, birgt also keineswegs eine Gefahr für irgendeine europäische Macht,