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Neue Arbeit im Reichstag
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Die Entstehung der Religion

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Wird, aber er wird sicherlich vor dem Reichstage aus seiner Zurückhaltung heraustreten und zu verschiednen Einzelfragen das Wort nehmen. Erst dann wird man urteilen können, wie er an seine Aufgabe herantritt, nnd dann wird vielleicht auch die übergroße Zurückhaltung, die ihm jetzt von Ungeduldigen vorgeworfen wird, in anderm Lichte erscheinen.

Obwohl für den Reichstag allem Anschein nach nur ein bescheidnes Pro­gramm vorliegen und auch der Etat durch äußerste Sparsamkeit dafür sorgen wird, daß zu großen sachlichen Differenzen wenig Anlaß besteht, so beginnt doch mit dem 30. November eine interessante parlamentarische Arbeitsperiode. Schon die Wahl des Präsidiums, in das nun wohl das Zentrum eintreten wird, wird die veränderte Lage zum Ausdruck bringen. Hoffen wir, daß die Befürchtungen, die sich dabei einstellen, nicht durch die Ereignisse gerechtfertigt werden.

AM

Die Entstehung der Religion

it dem (bei Wilhelm Engelmann in Leipzig 1909 erschienenen) drittenTeile" des zweitenBandes" (er würde, wenn ihn Buchbinderkunst zustande brächte, beinahe 2000 Seiten stark sein) ist nun der zweite,Mythus und Religion" betitelte Teil von Wundts Völkerpsychologie beendet. Erst dieser Band kommt zum eigentlichen Thema des zweiten Teiles.*) Im Umfange eines Zeitschriften- Aufsatzes können weder die mit einer Fülle von Beispielen erläuterten ver­schiednen Gruppen mythologischer und religiöser Vorstellungen, Glaubens­meinungen und Bräuche charakterisiert, noch kann der außerordentlich verwickelte Prozeß dargestellt werden, in dem die menschliche Vernunft von den ersten falsch verstandnen Eindrücken der Außenwelt durch einen rohen und kindischen Aberglauben hindurch, sich beständig bereichernd, vertiefend, berichtigend, läuternd, zur höchsten und reinsten geistig-sittlichen Religion emporgestiegen ist. Wir müssen uns darauf beschränken, einige der wichtigsten Ergebnisse sie sind in Wahrheit sehr wichtig mitzuteilen. Eines ist schon erwähnt worden. Der zwar kindliche, aber schöne und erhabne, die Ahnung einer ordnenden Welt­vernunft durchscheinen lassende Naturmythus der arischen Völker, dessen

*) Der erste Band, der die Sprache behandelt, ist im vierten Bande des Jahrgangs 1904, der erste Teil des zweitenBandes", der hauptsächlich eine der Darstellung der Phantasietätig­keit dienende Geschichte der Entstehung der bildenden und der musischen Künste enthält, im werten Bande 1906, der zweite, einigen Elementen des Mythus (Vorstellungen von der Seele, Ammismus, Animalismus, Manismus, Dämonenglaube) gewidmete Teil im ersten Bande des Jahrgangs 1908 besprochen worden.

Grenzboten IV 1909 51