Zugendschriften
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Soldatenlieder zu verbinden. Das kleine Gedicht: „Tod in Ähren" ist ein rechtes Beispiel dafür:
Im Weizenfeld, in Korn und Mohn Durstüberquiilt und fieberwild, Liegt ein Soldat unaufgefunden Im Todeskampf den Kopf erhoben.
Zwei Tage schon, zwei Nächte fchon, Ein letzter Traum, ein letztes Bild — Mit schweren Wunden, unverbunden. Sein brechend Auge schlägt nach oben.
Die Sense rauscht im Ährenseld,
Er sieht sein Dorf im Arbeitsfricden.
Ade, ade, du Heimatwelt I —
Und beugt das Haupt und ist verschieden.
Noch manches schöne Lied aus dem Wechsel des Jahres möchte man anführen: alle die herrlichen Frühlings- und Maicnlieder. die Herbst- und Winterlieder nnd was die Sommerabende an Poesie hervorzuzaubern vermögen. Wohl noch niemals sind sie mit mehr Liebe und Verständnis für das Dorfleben passend gesammelt worden als von Bothmer, und man kann mit gutem Gewissen das Buch aufs wärmste empfehlen. Der Grunowsche Verlag hat ein übriges getan, es vornehm auszustatten und ein Geschenkbuch für den Weihnachtstisch herzustellen, ein echtes, rechtes Hausbuch. Die eingestreuten Bilder zeigen uns die Tenne eines niedersächsischen Bauernhauses, ein oberbayrisches Bauern- Haus, ein solches aus Hinterpommern, eine märkische Dorfkirche, ferner ein mitteldeutsch-fränkisches Bauerngehöft, ein niedersächsisches Bauernhaus, ein Schwarzwälder Bauernhaus, endlich ein Tiroler Bauernhaus und ein Nhein- landhaus. Es sind dieselben, die nach den Entwürfen in dem Freilichtmuseum erstehn und dem deutschen Volke zeigen sollen, was die deutsche Heimat an Schönheit in Dorf und Flur aufzuweisen hat. R. Krieg
Iugendschriften
von Vlga Spiero in Hamburg
icht nur in dem Jahrhundert des Kindes, wie unser Zeitalter nach dem Schlagwort von Ellen Key jetzt häufig genannt wird, sondern schon seit Rochow, Campe und Salzmann, also seit der Mitte und dem Ende des achtzehnten Jahrhunderts, ist man darüber einig, welchen großen Erziehungswert gute Jugend- !chriften haben. Ebenso alt wie die Bemühung, die Bücher für Kinder künstlerisch schön, anregend und bildend zu gestalten, ist der Streit: Was ist sür die Jugend gut und geeignet? Die einen wollen überhaupt keine speziellen Kinderbücher, sondern nur eine Auswahl der Literatur der Erwachsnen, mit der Begründung: Nur das ist für ein Kind wirklich interessant und wertvoll, was jeder Erwachsne auch gern und mit Spannung durchliest. Es liegt ans