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Maßgebliches und Unmaßgebliches
Führen Sie Ole in Arrest, Justesen. der Mann ist geisteskrank. Er ist Pyromcme. Was sagen der Herr Bürgermeister? fragte Ole und richtete sich auf. Ach, sagen Sie es noch einmal. Pyro. . .
Pyromane, sagte der Bürgermeister. , .
Ist das etwas böses? fragte Ole und sah den Bürgermeister mißtrauisch an.
Justesen grinste unter seinem Bart.
Da haben mir die Kopenhagner gut hineingelegt. Das ist etwas für den Assessor Richter, wenn er es in der Morgenzeitung liest. -
Wie lange haben Sie Verdacht gehabt, Justesen? fragte der Bürgermeister.
Vierzehn Tage, oder so, sagte Justesen. Ich habe denen von drinnen den Bissen nicht gegönnt.
Gott segne Sie, lieber Justesen — Gott segne Sie. Sie sollen eine Gratifikation von hundert Kronen aus der Polizeikasse kriegen. Wir kriegen die Ehre --- wir kriegen die ganze Ehre.
An Hilmer und all seinen Kummer und all seine Verzweiflung dachte der herzensgute Bürgermeister nicht eine Sekunde. Gott verzeihe seiner liebevollen Seele.
Und dann wurde Ole in Arrest gesteckt, um in die Pflege der Irrenärzte überzugehn.
-Schluß folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Reichsspiegel Berlin, 18. Oktober 1909
(Die Ferrer-Bewegung. Allerlei Sensationsprozesse. Ersatzwahlen zum Reichstag.) ^
Die Erschießung des spanischen Anarchisten Ferrer in Barcelona hat in den verschiedensten Ländern Europas eine Bewegung hervorgerufen, die — soweit wir das erkennen können — bisher beispiellos in der Geschichte dasteht. Um über die Berechtignng dieser Bewegung ein sichres Urteil zu gewinnen, müßte eine ganze Reihe von Vorfragen beantwortet werden. Wer war dieser Ferrer? War er gänzlich unschuldig, oder wie weit reicht seine Schuld? Unter welchen Umständen erfolgte seine Aburteilung? Wir Fernstehenden müssen vorläufig auf alle diese Fragen antworten: Wir wissen es nicht. In den Zeitungen steht freilich viel darüber zu lesen, und zahlreiche Antworten sind auf alle möglichen Fragen erteilt worden, aber in allen Punkten steht Behauptung gegen Behauptung, und es fehlt nn jedem positiven Anhalt, auf welcher Seite die Wahrheit ist. Es bleibt deshalb nichts andres übrig, als nach Wahrscheinlichkeiten zu urteilen und zu versuchen, ans den wenigen Zügen, die dem von Freunden und Gegnern gezeichneten Bilde gemeinsam zu sein scheinen, etwas herauszufinden, was uns der Wahrheit näherbringen kann.
Was zunächst den Menschen Ferrer anbetrifft, so vermögen auch die Schilderungen, die offenbar von ehrlicher Entrüstung über den an ihm begangnen Justizmord erfüllt sind, kaum etwas zu bringen, was Sympathie für diesen Mann erwecken könnte. Vieles, was er in seinem Leben durchzumachen gehabt hat, könnte vielleicht in den Äugen eines genauen Kenners der Zustände und des Volkscharakters die Bedeutung mildernder Umstände gewinnen, und auch sonst wird keinem, dem es