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Von der Ostmarkenfahrt süddeutscher Parlamentarierund Journalisten : Reiseeindrücke. 2
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Der Streit um den Zolltarif in Neuguinea

Reihe nennen. Scheidend hat der vielverkannte Mann den Gruß des jungen Bauernbundes cm5 Gnesen mit den Worten erwidert:Die Ansiedlungs- politik muß fortgeführt werden, auch wenn die Regierungen und Persönlich­keiten wechseln." Wir wollen tun, was wir können, das politische Testament Bülows zu erfüllen. ,

Stuttgart, ^. Juli 5909

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Der Streit um den Zolltarif in Neuguinea

etanntlich hat der neue Zolltarif und seine plötzliche Einführung in Deutsch-Neuguinea zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen dem Gouverneur, Exzellenz Dr. Hahl, und den ansässigen europäischen Pflanzern und Kaufleuten geführt. Der Streit ging bekanntlich so weit, daß die Mitglieder des Gouvernementsrats, die diesem Teil der Bevölkerung angehörten, ihr Amt niederlegten und sich Beschwerde führend nach Berlin wandten. Andrerseits verklagte der Gouverneur die bezeichneten Herren wegen Beleidigung. Allmählich scheint nun eine etwas ruhigere Behandlung der ganzen Frage auch in Neuguinea Platz zu greifen. Der Zwischenfall ist durch unsern kolonialen Mitarbeiter Rudolf Wagner mehrfach, insbesondre in unsrer Kolonialen Rundschan, besprochen worden, auf dessen Ausführungen wir verweisen. Im allgemeinen sind unsre Leser also unterrichtet. Es dürfte aber von Interesse sein, wenn wir im folgenden eine Anzahl von Akten und Briefen, die, bisher zum Teil unveröffentlicht, für die Beurteilung der Angelegenheit wichtig sind, mit einigen Erläuterungen hier wiedergeben. Jedenfalls scheinen diese Aktenstücke die Richtigkeit der an dieser Stelle zurzeit vertretnen Auffassung über den Zwischenfall zu be­stätigen. Wir entnehmen das Folgende den Mitteilungen des Herrn Kaufmann K. B. Mueller, Mitglied des derzeitigen Gouvernementsrats.

Vorauszuschicken ist noch, daß bereits im Februar 1908 der Gouverneur seinen auf zehn Jahre berechneten Finanzplan dem Gouvernementsrate mitteilte. Der Inhalt sprach sich herum, und jedermann wußte, daß eine wenig erwünschte Erhöhung der Abgaben bevorstand. Überraschend kam nur die weit früher als ursprünglich geplante Einführung. Sie hatte bekanntlich die nachfolgende Erklärung der Gouvernementsratsmitglieder zur Folge:

5 Die unterzeichneten außeramtlichen Mitglieder des Gouvernementsrats sehen sich genötigt, gegen das vom Kaiserlichen Gouverneur eingeschlagne Verfahren bei Einführung der neuen Zollverordnung Protest zu erheben. ,

In der Gouvernementssitzimg vom 13. April 1908 war der Entwurf der Zollverordnung erstmalig zur Beratung gestellt, trotzdem der Tarif den Mit­gliedern noch gar nicht zugegangen war. Erst in der Sitzung selbst wurde ein Verzeichnis der zollfreien Gegenstande in einem einzigen Exemplar herumgereicht.