Detlev von Liliencron
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schönsten Darstellungen aus allen Perioden der Kunstgeschichte belebt und durch eine knappe, geistvolle Betrachtung über „das Christusbild der Kunst im Lauf der Jahrhundertc" ergänzt. In der Tat, ein Werk, das den Wünschen des Lesepubliknms aller Konfessionen in jeder Hinsicht gerecht wird und somit seinem Verfasser und dem Verlag, der es aufs würdigste ausgestattet hat, zur höchsten Ehre gereicht. L. Bon ho ff
Detlev von Aliencron
>eber seiue Heimat Schleswig-Holstein sagt Lilieucron einmal in seinem Romane „Breidc Hummelsbüttel": „Es liegt eine tiefe Poesie über dieser Provinz, und just deshalb, weil den Leuten dort jede Poesie fehlt, ist sie unbewußt und darnm wahr." ! Ein natürliches Phänomen, das allerdings in Schleswig-Holstein, in seinen weiten einsamen Heiden und Mooren, in seinen alten Dörfern, in seiner seit vielen Jahrhunderten eingesessenen Bevölkerung besonders markant und intensiv zur Erscheinung kommen mag. Liliencron hat sich mit jenem Satz aber auch vortrefflich selbst charakterisiert. Er pflegte es gern zu betonen, daß er erst als Mann von beinahe vierzig Jahren die ersten Gedichte verfaßt habe. Als er — anfangs der achtziger Jahre von Amerika nach mancherlei Irrfahrten und Abenteuern heimgekehrt — als königlicher Hardes- vogt und Deichhauptmann auf der einsame», von Stürmen umbrausten, von wilden, heimtückischen Fluten umspülten nordfriesischen Insel Pellworm saß nnd in dunstigen Kneipen und in schaler Unterhaltung kein Genüge mehr fand, als er dann Einkehr hielt,
... um in vielen Stunden In unsre Dichter ganz mich zu versenken, Von alten Wunden endlich zu gesunden, Vergangnes Leben ernst zu überdenken. (Viel Glaube stirbt, manch Vorurteil zerschellt In tiefer Einsamkeit, weitab der Welt) — , , ,
da erwachte die bisher nur unbewußt erlebte Poesie in ihm zur Tat, und einmal ins Leben gerufen ließ sie vor uns immer mächtiger, immer bewuuderungs- würdiger ein ganz eignes Wunderreich des Lebens, der Natur, der Seele und der menschlichen Phantasie erstehn, aus dem sich wie eine von Sonnenhelle ttbergossene Fata Morgana das geliebte Schleswig-Holstein mit all seinem Heimatzauber, mit seinen unendlichen blühenden Heiden nnd leuchtenden Küsten hebt, und in dessen mannigfaltigen Erscheinungen und Stimmungen wir alle