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Ein Wort zu den Katholikentagen : von einem Katholiken
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Ein Wort zu den Katholikentagen

von einem Katholiken*)

>ie jährlich stattfindenden Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands können selbstverständlich, je nach dem Gesichtspunkt, unter dem man sie betrachtet, die verschiedensten Beurteilungen auslösen. Ich möchte sie heute nur von zwei Seiten beleuchten !und fragen erstens, wie verhalten sie sich zur nationalen Be- tätigung der Katholiken und zweitens, wie zum konfessionellen Frieden?

Beide Fragen stelle ich in den Vordergrund, weil sie meiner Ansicht nach zurzeit für die Stellung der Katholiken im öffentlichen Leben wohl die wichtigsten sind, und weil ihre richtige Lösung auch großen Einfluß für das Allgemeinwohl Deutschlands haben würde, wodurch sie den meisten Anspruch auf allgemeines Interesse haben. Beide Fragen sind viel bedeutungsvoller als die Doktorfrage, ob und inwieweit die katholischen Generalversammlungen als Zentrumsparteitage angesehen werden können, oder als der Streit über ihren Politischen Charakter. Es ist ja klar, daß solange wir in den deutscheu Parlamenten eine katholische Partei haben, die Katholikentage immer in inniger Wechselbeziehung zu dieser stehn werden, und daß es nur darauf ankommt, festzustellen, was man unterpolitisch" versteht.

Auch die Besprechung der aufgeworfnen Fragen fußt auf der Überzeugung, daß die Katholikentage eine gewisse politische Bedeutung, d. h. eine Einwirkung auf das öffentliche Leben erstreben und tatsächlich haben, und daß es weniger darauf ankommt, solches festzustellen, als vielmehr zu untersuchen, welcher Art dieser Einfluß ist.

*) Vgl. den Leitartikel in Nr. 33 der Grenzboten. Grenzboten III 1909

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