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V!e Teutoburger Schlacht
des populärsten Kriegsmannes, General Roberts. Er bringt seine Anträge dafür im Oberhause ein und findet dort immer geringern Widerstand, im Unterhause hat man bisher klüglich jede Anregung unterlassen, denn sie könnte unter den heutigen Verhältnissen und vielleicht noch ans Jahre hinaus dort zu einem ablehnenden Beschluß führen, dessen Präjudiz man vermeiden will. Aber die Sache ist im Gange und macht rüstige Fortschritte. Als Haupttriebmittel dient die Abneigung gegen Deutschland, die man nicht einschlafen läßt, wenn man auch vom Ministertisch aus allen Ausschreitungen stets die Spitze abknickt. Sie ist Mittel zum Zweck, denn sie ist populär und wirksam, während die eigentlich entscheidenden überseeischen Angelegenheiten keine rechte volkstümliche Wirkung haben und der Erreichung des großen politischen Zieles nur hinderlich sind. Bevor es erreicht ist, werden darum auch alle Reisen, Reden u. dgl., die die angebliche Spannung zwischen Deutschland und England beseitigen sollen, ohne Wirkung bleiben.
NW AM
T>ie Teutoburger Schlacht
von Vtto Raemmel
!vn den großen Ereignissen vor fünfzig, hundert, hundertfünfzig, fünfhundert oder gar neunzehnhundert Jahren, auf die wir in diesem merkwürdigen Jubiläumsjahre 1909 zurücksehen, ist das älteste, die Teutoburger Schlacht im September des Jahres 9 n. Chr. I (nicht im August), das weitaus wichtigste. Denn sie entschied die Fortexistenz eines selbständigen germanischen Volkes und damit über die Zukunft Europas. Freilich, die uns über sie erhaltnen historischen Berichte sind unvollständig und ungenügend. Der Verfasser des ausführlichsten und anschaulichsten, der Grieche Cassius Dio, lebte erst etwa zweihundert Jahre nach dem Ereignis, im Anfange des dritten Jahrhunderts, war also völlig abhängig von ältern Quellen. Auch Tacitus schrieb mehr als ein Jahrhundert nach der Schlacht und gibt keine eigentliche Beschreibung von ihr. Das Werk des ältern Plinius über die Germanenkriege aber, denen er zeitlich näher stand als jene beiden Historiker (gestorben 79), ist uns verloren. Als mitempfindender Zeitgenosse schrieb nur Vellejus Paterculus (unter Tiberius), aber er bietet mehr eine höchst interessante und packende Charakteristik der Lage und der maßgebenden Persönlichkeiten, allerdings aus lebendiger Kenntnis heraus, als eine zusammenhängende Darstellung der Vorgänge.
So erklärt es sich, daß nicht einmal über den Schauplatz des Ereignisses eine wirkliche Klarheit und Sicherheit besteht. Nur so viel steht fest, daß es