Rußland und England in Persien
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zum Übertritt in den Ruhestand veranlaßte, ist nicht zu erwarten. Immer länger müssen deshalb die Gerichtsassessoren auf feste Anstellung, und wenn sie nicht reichliches Vermögen haben, auf die Begründung eines eignen Hausstandes warten.
Es bedarf keiner Ausführung über die Folgen hiervon für das Vermögen, das Schicksal und Lebensglück der einzelnen und für die Stimmung und auch für die Leistungen von vielen darunter. Hervorzuheben aber bleibt, daß der Zutritt zur Richterlaufbahn denen, die nicht über reichliche und nachhaltige Geldmittel verfügen, mehr und mehr — nicht zum Vorteil der Rechtspflege — verschlossen, das Privileg des Reichtums wird. Die Überzahl der Rechtsanwälte und der Anwärter auf Anstellung lahmt aber auch die Bestrebungen, die auf Vereinfachung des Rechtsgangs und auf Einschränkung der Zahl der Beamten gerichtet sind und mit weit größerer Entschiedenheit als bisher geführt werden sollten.
Rußland und England in jDersien
Die Streitkräfte
> ährend der in Persien ausgebrochnen Revolution, die auch heute noch nicht ihr Ende erreicht hat, hat die persische Kasakenbrigade, die von russischen Instrukteuren ausgebildet worden ist und unter dem Kommando russischer Offiziere steht, eine hervorragende Rolle ^1 gespielt. Von dieser Brigade erzählen jetzt sämtliche Zeitungen, russische und fremdländische, da sie dem jetzigen Schah nicht nur den Thron, sondern vielleicht auch das Leben gerettet hat. Da nun von den persischen Truppen bisher in der militärischen Presse nur sehr wenig die Rede gewesen ist, so dürfte es angebracht sein, an dieser Stelle einige Angaben über sie einzuschalten.
1. Die Armee. Bis zum Jahre 1905 bestand die persische Armee aus einer Menge von Truppenteilen, die indessen mit gegenseitigem Einverständnis der Gouverneure der Provinzen und des Chefs der Streitkräfte in Teheran nur auf dem Papier standen. Auf diesem erreichte die Stärke der Armee 80 Bataillone (oder Regimenter) Infanterie zu je 800 bis 900 Mann. Hiervon bilden sieben „Regimenter" die sogenannte Garde des Schahs. Von der Garde liegen drei Regimenter gewöhnlich in Teheran; die übrigen sind beurlaubt. Überhaupt ist von der ganzen Armee ein großer Teil (ein Viertel bis ein Drittel mit sämtlichen Offizieren) infolge Geldmangels in die Heimat beurlaubt. Ferner gab es 18 Regimenter, jedes etwa 300 Mann stark, und 13 Desta (Halbkompagnien) zu etwa 100 Mann Feldartillerie und schließlich 3 Kavallerie-