Hans von Marees
Lm Rückblick auf die Ausstellung seiner Werke in Berlin
in den Räumen der Berliner Sezession, wo so oft Unerfreuliches und Unverständliches ausgestellt ist, hatte in den Wochen vor der Eröffnung der diesjährigen Jahresausstellung ein Künstler Aufnahme gefunden, der nicht mehr unter den Lebenden weilt, dessen ! Werke aber selbst den Modernen noch etwas zu sagen haben. Ein Künstler, der sich stets im bewußten Gegensatz zum Schaffen seiner Zeit befand und darum von den Zeitgenossen nicht gewürdigt wurde.
Hans von Marees ist 1337 geboren und 1887 gestorben. Im Jahre 1853 wurde er Schüler Stesfecks in Berlin, 1856 ging er nach München, wo ihm der Begriff des Malerischen aufging und er neben seinem Freunde Lenbach die Franzosen und Rembrandt auf sich wirken ließ. Im Jahre 1864 zog er nach Italien, 1869 bereiste er Spanien und Frankreich, nach dem Kriege von 1870/71 hielt er sich in Berlin und in Dresden auf, 1873 malte er in Neapel sein großes Freskenwerk für die dortige Zoologische Station. Italien ließ ihn nicht wieder los; Florenz fesselte ihn mehrere Jahre, in Rom ist er gestorben.
In der Ausstellung der Sezession hatte man das Lebenswerk Marees vor sich. Soweit es irgend möglich war, waren seine Arbeiten hier zusammengetragen. Öffentliche Galerien und Privatsammlungen hatten beigesteuert; es fehlten nur die Bilder der Nationalgalerie, die der Galerie Schack in München und die im Privatbesitz befindliche „Rast am Waldesrand". Aus der Fülle seiner hinterlassenen Zeichnungen und Skizzen war so viel ausgestellt, als der Raum zuließ.
Maries war keiner von denen, die sich ein bestimmtes „Genre" wählen und es, wenn sie einmal damit Erfolg gehabt haben, zu Tode Hetzen. Er malte alles, und er konnte alles: Landschaften, Reiter- und Schlachtenbilder, Porträts. Zuerst in Anlehnung an die Schülerzeit in Berlin, ohne viel Naturstudium, aber doch mit einem für die damalige Zeit bemerkenswerten Kolorit. Und dann auf einmal entstehen Porträts von ganz wunderbarem koloristischem Reiz, die neben ihren malerischen Qualitäten die Essenz der Persönlichkeit in einer Weise wiedergeben, die von Lenbach nicht übertroffen wird, ohne jemals die Grenzlinien des Charakteristischen zu überschreiten, wie es bei dem großen Münchner Bildnismaler hier und da der Fall ist. Maries Bildnisse seines Vaters wie seine Selbstportrüts würden sich auch neben Rembrandt und van Dyck noch rühmlich behaupten. Dabei kann man nicht sagen, daß er die großen