Beitrag 
Die Stellung der Ärzte zu den Versicherungsgesetzen
Seite
523
Einzelbild herunterladen
 

Der Straußbiographie zweiter Teil

523

Sache geht; was insbesondre die Krankenversicherung betrifft, so ist dringend zu wünschen, daß die in Aussicht stehenden Beratungen im Reichstage dem Regierungsentwurf eine Form geben, die die Ärzte befriedigt, ohne der Sache zu schaden; daß dies möglich ist, ist durch die Praktische Erfahrung einwandfrei bewiesen.

Die Fragen der Simulation, der Nentensucht und der Unsallhysterie die großen Schattenseiten der sozialen Gesetze und die für die Ärzte unangenehmsten und schwierigsten Seiten der ganzen Materie - seien hier nur gestreift; sie haben sich zu wahren oruess msäiooruin entwickelt.

Der straußbiograxhie zweiter Teil

W W t^« «ss»er scharf und klar blickende, wahrhaftige und ehrliche David Friedrich Strauß hat ans dermodernen Wissenschaft" die richtigen Folgerungen für die Religion gezogen und sie unver- bllunt und unzweideutig ausgesprochen. Er hat also in diesem Punkte Klarheit geschaffen, und Theobald Ziegler erweist diesen Dienst unsrer Zeit, die seiner nicht weniger bedarf, noch einmal in seiner (bei Karl I. Trübner in Straßburg erschienenen) Biographie. Die Gänsefüßchen sollen natürlich andeuten, daß mit der modernen Wissenschaft nicht ihre groß­artigen sichern Ergebnisse, sondern gewisse Voraussetzungen einiger ihrer Ver­treter gemeint sind. Um die Richtigkeit dieser Voraussetzungen handelt es sich. Strauß kombinierte die Evangelienkritik mit der Hegelschen Philosophie. Hegel lehrte in Übereinstimmung mit den größten der alten Philosophen, daß der Geist es ist, der sich den Leib baut, nicht umgekehrt, er zeigte, daß in den alten Kirchendogmen (die mittelalterlichen, aus dem hierarchischen Interesse gebornen, kommen für die Wissenschaft nicht in Betracht), die dem Wortsinne nach angefochten werden können, tiefe Wahrheiten sich bergen, und er ver­schaffte der fruchtbaren Idee der Entwicklung in der Wissenschaft Geltung. (Hegel. Schelling und die Naturphilosophen ihrer Zeit haben das getan, nicht Darwin. Die Veränderung der Organismen durch Anpassung an ver­änderte Lebensbedingungen, also durch Druck, Zug und Stoß von außen, ist gar keine Entwicklung, keine Auswicklung einer Keimanlage, und das un­endliche Entwicklnngsgeschwätz, das die Popularisierung dieser Theorie hervor­gerufen hat, ist keine Wissenschaft.) Mit diesen drei sehr dankenswerten positiven Leistungen hat Hegel eine negative verkoppelt: die spinozistische Gleichsetzung von Gott und Natur, das Dogma, daß das Absolute in den beiden uns bekannten Erscheinungsformen, dem materiellen Universum und dem Menschengeiste, aufgehe, und daß es jenseits der uns aus der Erfahrung