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Literarhistorische Rundschau
Dem zukünftigen Verfasser einer Doktordissertation über Paul Lindau aber, die unzweifelhaft über kurz oder lang an irgendeiner deutschen Universität geschrieben werden wird, werden diese aktenmäßigen Mitteilungen sicher ebenso willkommen sein wie dem zukünftigen Herausgeber seiuer „Sämtlichen Werke" die hier mitgeteilte Stilübung aus dem März 1870.
Im übrigen: Aufrichtigsten Glückwunsch! ^
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Literarhistorische Rundschau
von Heinrich Spiero
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on den vortrefflichen neuen Ausgaben älterer Werke, die der Insel- Verlag veranstaltet, ist wieder einiges hervorzuheben. Zu den schmucken Zwcimarkbünden, von denen ich einige erwähnte, sind jetzt die „Deutschen Sagen" der Brüder Grimm in einer feinen Auswahl von Paul Merker hinzugetreten, und ihnen gesellt sich eine von Friedrich Ranke besorgte Auswahl aus „Des Knaben Wunderhorn". Ein besondres Schmuckstück ist dann die Ausgabe von Grimmelshausens Abenteuerlichem Simplizissimus in drei Bänden, besorgt von Reinhard Buchwald und vor allem geschmückt mit verkleinerten Wiedergaben der vier meisterhaften Radierungen Max Klingers. Ich glaube zwar nicht mehr, daß heute jemand noch den Simplizissimus im ganzen genießen kann. Aber die schöne Handausgabe verleitet immer wieder zum Blättern und Naschen in diesem urtümlichen, vielfach rohen, vielfach aber auch großen Werk.
Von den Gesamtausgaben neuerer Dichter, die in den letzten Monaten hervorgetreten sind, habe ich die Jakob Julius Davids und Wilhelm von Polenzens hier eingehend gewürdigt, die Auswahl aus den Werken Adolf Sterns ebenfalls mehrfach empfohlen. Nicht zum Glück für den früh verstorbnen Dichter ist nun auch eine Ausgabe der ausgewählteil Werke Otto Erich Hartlebens (bei S. Fischer in Berlin) erschienen. Otto Erich Hartleben hat uns allen hier und da viel Vergnügen gemacht, und die leichten Bändchen, die in seinen besten Jahren herausflatterten, waren amüsant, zuweilen anregend, von seinen Versen waren die besten in die neuern Anthologien übergegangen. Nun bringt d:e dreibändige, vortrefflich ausgestattete Ausgabe die Verse ganz. Sie sind immerhin eine interessante, nur merkwürdig kühle Sammlung, in der Form überall vollendet, vielfach geradezu Platen angenähert, aber ohne einen starken, persönlichen Ton. Die Prosa aber und die kleinern Dramen enttäuschen. Bier- zeitungshumvr und ganz fein erzählte, aber herzlich unbedeutende Studentengeschichten so als Ernte eines Dichterlebens gesammelt zu sehn, wirkt nicht recht