Rußland und England in Persien )
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er Kampf zwischen Rußland und England in Persien ist augenblicklich, wenn man so sagen darf, auf dem toten Punkte angelangt. Nach einer unendlichen Reihe von gegenseitigen Schachzügen und nach langdauernder versteckter Gegnerschaft ist schließlich zwischen den beiden Staaten eine politische Übereinkunft über alle Mittelasien betreffenden Fragen zustande gekommen, die in einem besondern, im August 1907 abgeschlossenen Vertrage ihren Nicderschlüg gefunden hat.
Das Geschick hat es gewollt, daß unmittelbar nach dem Zustandekommen dieser Übereinkunft das ganze innere, auf jahrhundertelangem Despotismus gegründete Leben Persiens plötzlich in eine schwere politische Krisis geraten lst, die auch jetzt noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Es ist schwer zu ^gen, welche Wendung diese innern Ereignisse genommen hätten, und, wis ^ auf die gegenseitigen Beziehungen Rußlands und Englands in Mittelasien eingewirkt Hütten, wenn ihnen nicht der erwähnte Vertrag vorausgegangen wäre. So aber stehn dank der vorläufigen Beilegung der Streitfragen °ie beiden europäischen Konkurrenzmächte jetzt den Ereignissen in Persien als unbeteiligte, von einem gegenseitigen offiziellen Vertrauen erfüllte Zuschauer gegenüber. ......
Was ist nun aber aus den brennenden Fragen und den Streitigkeiten über die politische Vorherrschaft in Persien geworden, die viele Jahrzehnte lang Zwischen den beiden Gegnern Rußland und England bisweilen fast einen Bruch befürchten ließen? Es versteht sich von selbst, daß diese Streitfragen durchaus nicht als durch den Vertrag völlig aus der Welt geschafft betrachtet
Dieser Aufsatz ist einem im September 1909 im Verlag von Zuckschwerdt u. Co. in Berlin V. 30 j„ deutscher Übersetzung (von Leutnant Rottmann) erscheinenden Werke des russischen Generalmajors Grulew „Der Kampf Rußlands und Englands in Mittelasien" entnommen. Preis des Werkes etwa 6 Mark.
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