Die Berufs- und Betriebszählung vom ^2. Juni ^07
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Es wäre wahrlich besser, wenn die Regierung alles daran setzen würde, das Ansehen der Weißen bei den Schwarzen zu heben, statt dieses durch unangebrachte Kontrolle und Bevormundung täglich mehr zu untergraben. Mätzchen wie Eingebornenausschüsse und schwarze Bezirksrüte in der Selbstverwaltung sind um so gefährlicher, je mehr ihr tieferer Zweck, dem Gouverneur ein Instrument zur Beherrschung der Weißen zu sein, den Farbigen aufdämmert. Man kann es den Ansiedlern wirklich nicht verdenken, daß sie da nicht mehr zusehen wollen und jede Mitarbeit an der Selbstverwaltung ablehnen. Es wird wirklich Zeit, daß diesem Skandal endlich durch den Reichstag ein Ende gemacht wird. Eine gute Gelegenheit dazu bietet die Kommissionsberatung und die nächste Plenarverhandlung über das Schutzgebietsetatsgesetz.
Wenn in Ostafrika nicht der Hauptnachdruck auf europäische Plantagen- Wirtschaft und Besiedlung gelegt wird, wo diese möglich sind, wenn nicht der unbedingten und ausschließlichen Vorherrschaft der weißen Nasse Geltung verschafft wird, so ist es mit den Aussichten der schönen Kolonie nicht weit her!
Die Berufs- und Betriebszählung vom ^2. Juni
von Geh. Regierungsrat Dr. Seidel in Berlin
achdem bereits vor einigen Monaten die vorläufigen Ergebnisse der Berufs- und Betriebszählung im Deutschen Reiche bekannt gegeben waren, ist jetzt auch das erste Heft der endgiltigen Resultate zur Veröffentlichung gelangt. Während die erster» aus den sogenannten Gemeindebogen gewonnen waren, sind die letztern dem eigentlichen Zählmaterial entnommen. Wie ein Vergleich der vorgenannten Publikationen erkennen läßt, sind die zwischen beiden Zählungen bestehenden Differenzen nicht von wesentlicher Bedeutung.
Die Zahlen, die sich auf die Hauptbevölkerungs- und die Berufsgruppen beziehen, beanspruchen ein nicht gewöhnliches Interesse, da sie ein Bild der Berufsgliederung des deutschen Volkes und der gewaltigen Veränderungen, die während der letzten Jahrzehnte in den wirtschaftlichen Verhältnissen Deutschlands eingetreten sind, geben. Die ersten größern Berufszählungen
*) Nach der Statistik des Deutschen Reiches, Bd. 202, Berlin 1909 und den Vierteljahrsheften zur Statistik des Deutschen Reiches 1907, IV, S.249; der Statistischen Korrespondenz Jahrgang XXXV Sondernummer vom 3, Februar 1909 und Jahrgang XXXV Nr. 4.