Rückblicke und Ausblicke auf die Entwicklung Deutsch-Ostafrikas 5)
von Rudolf Wagner in Berlin
enn ich unlängst an dieser Stelle anläßlich der fünfundzwanzig- jührigen Jubelfeier unsrer Kolonialpolitik betonte, daß wir unsre kolonialen Lehrjahre bei Licht betrachtet doch eigentlich gut ausgenutzt und draußen Achtungswertes geschaffen haben, so kann ! von diesem Lob Deutsch-Ostafrika einen großen Teil für sich Anspruch nehmen. Von dem ostasiatischen Pachtgebiet Kiautschou abgesehen, das keine Kolonie im Sinne unsrer afrikanischen und Südseeschutzgebiete ist, ist neben Südwest Deutsch-Ostafrika am gründlichsten durchforscht und in weitestem Umfang in Verwaltung genommen. Freilich konnte mit der Ausbreitung der Zutschen Verwaltung in der Kolonie die wirtschaftliche Entwicklung nicht gleichen schritt halten, denn wegen Mangel an brauchbaren Verkehrswegen übte natürlich dle Verwaltungstätigkeit in abgelegnen Bezirken, wie zum Beispiel am Nyassasee "der am Tanganjikasee, auf die Produktion und auf den Handelsverkehr einen verhältnismäßig geringen Einfluß aus. Immerhin ist den vorrückenden Eisenbahnen der Boden bereitet worden. Wir haben dafür in dem Aufblühen der Gebiete an der Morogorobahn und an der Usambarabahn deutliche Belege. ^°ch drastischer ist das Beispiel der Ugandabahn. Die Entwicklung des durch ^se Bahn miterschlossenen deutschen Gebiets am Viktoriasee, das seinerzeit Zwar in Verwaltung genommen war, aber sich wirtschaftlich in ganz unentwickeltem Zustande befand, ist seit dem Bestehen der Bahn geradezu enorm gewesen, ls zur Entstehung der Ugandabahn waren nur Teile des Küstengebiets und
Hier nur Allgemeines, Auf die einzelnen Wirtschaftszweige werde ich ein andermal luruckkommen,
Grenzten II 1909 S3