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Parteipolitisches aus Baden
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Die deutsche Shakespeareübersetzung

liberalen nicht, daß sie ihre Selbständigkeitnach rechts" betonen; nur bitten wir, daß sie nicht weniger selbständignach links" auftreten möchten. Die letzte badische Legislaturperiode, die unter dem Zeichen des Bündnisses mit der Sozial­demokratie begann, hat doch manche Dinge hervorgebracht, die wohl den Ge­danken nahe legten, daß wir einmal bei französischen Zuständen anlangen könnten, und zwar nicht bloß in bezug auf das Verhältnis von Staat und Kirche.

Die Karlsche Bewegung ist ein wichtiges Symptom, insofern sie die Verbreitung der Erkenntnis beweist, daß der von der badischen national­liberalen Partei eingeschlagne Weg gefährlich ist. Sie ist nicht das einzige Symptom dieser Art. Eben dahin gehört die Tatsache, daß die im Jahre 1907 in Freiburg begründete reichsparteiliche (freikonservative) Vereinigung*) starken Zuzug von Nationalliberalen erhalten hat, die mit jenem Wege nicht einver­standen waren. Und es ließen sich noch mehr Symptome der Art anführen.

Diese Symptome hat die nationalliberale Partei auch keineswegs unbe­achtet gelassen. In ihren neuern Äußerungen und Handlungen merkt man schon etwas davon. Man hört jetzt schon manches Wort gegen den Ra­dikalismus. Von hier aus darf man sagen, daß die Karlsche Bewegung selbst dann nicht vergeblich gewesen ist, wenn sie die Zusammensetzung des Land­tags nicht unmittelbar beeinflußt. Aber zu wünschen bleibt es, daß die von Karl vertretnen Gedanken auch unmittelbar im Landtage vertreten werden. Denn die damit hergestellte dauernde und lebendige Mahnung übt natürlich eine viel stärkere Wirkung aus. Unsers Erachtens wird die nationalliberale Partei nach links weit fester auftreten können, wenn auf der rechten Seite ein kräftiges Bollwerk errichtet wird.

Die deutsche Hhakespeareübersetzung

von Professor Dr. A. Schröer in Uöln am Rhein

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n den letzten Jahren ist über die Frage der besten deutschen Shakespeareübersetzung ein heftiger Streit entbrannt, dessen Ende noch gar nicht abzusehen ist. Wenn diese Frage nur eine be­sondre Frage der philologischen Wissenschaft wäre, so ließe sich ihre Behandlung ganz von selbst in den zünftigen Bahnen regeln. Aber an der Frage sind die weitesten Kreise unsers Volkes mitinteressiert: Shakespeare, obwohl ein englischer Dichter, gilt für uns schon längst gewisser­maßen auch als deutscher Klassiker, fast so sehr wie Schiller und Goethe.

*) Was das Verhältnis von Pfarrer Karl zu ihr betrifft, fo ist er ihr früh beigetreten. Seine Schrift hat er selbständig, auf eigne Hand veröffentlicht, und ebenso ist seine Kandidatur in Schwetzingen nicht von der reichsparteilichen Vereinigung ausgegangen. Sie hat ihr aber nachträglich ihre Unterstützung geliehen.