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Die Dame mit dem Orden :
(Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Leben, und ich hätte gern mehr gehört. Es scheint, daß gewisse weibliche Ab­kömmlinge des königlichen Geschlechts nicht heiraten dürfen. Diese Dame wurde weil sie lebhaft und ehrgeizig ist eine buddhistische Priesterin mit eignem Tempel und vielen Unterpriesterinneu. Diese sind junge Mädchen, alle miteinander. Du hättest sie sehen sollen, wie sie meine Kleider, Haare und Ringe beschauten. Die Prinzessin selbst ist eine Frau von brillanter Begabung und hervorragenden Kenntnissen.

Natürlich gab es Tee, und wir saßen am Boden, schwatzten und lachten höchst vergnügt zusammen. Als ich ging, sagte man mir, die Prinzessin wünsche sofort meine Photographie, und am nächsten Tage solle ich dafür sitzen. Ich fürchte, ich muß es mir gefallen lassen.

(Schluß folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin, 3. Mai 1909

(Drohende Krisis wegen der Reichsfinanzreform. Der Thronwechsel in der Türkei. Das unabhängige Bulgarien. Die Geburt der holländischen Thronerbin. Monarchenbegegnungen.)

In der letzten Woche ist die innere Lage immer kritischer geworden. Sie spitzt sich nachgerade so zu, daß man anfangen muß, mit einem verhängnisvollen Ausgange zu rechneu, d. h. mit der Möglichkeit, daß die Konservativen die Neichs- finanzreform zum Scheitern bringen. Wir haben schon den konservativen Antrag besprochen, der als Antrag Dietrich und Genossen in der Finanzkommission des Reichstags eingebracht worden ist und die Einführung einer Wertzuwachssteuer auf Immobilie« und Wertpapiere zum Ziele hat. Diese Steuer soll nach Absicht der Konservativen an die Stelle der Erbanfallsteuer treten, von der die Partei nach wie vor nichts wissen will.

Wie zu erwarten war, wurde der Antrag Dietrich außerhalb der konservativen Partei allgemein als ein taktischer Vorstoß angesehen, der als eine Kraftprobe ge­dacht war. Die Partei hatte Zeit genng gehabt, über einen etwa möglichen Ersatz für eine erweiterte Erbschaftssteuer nachzudenken. Trotzdem waren keine ernsthaften Vorschläge gemacht worden. Kaum aber hatte der Reichskanzler im Namen der verbündeten Regierungen bekundet, daß aus triftigen Gründen an der Erbanfall­steuer festgehalten werden müsse, so fand sich plötzlich ein konservativer Vorschlag, der die Erbanfallsteuer ersetzen sollte. Dieser Vorschlag war derart oberflächlich und unreif, daß ihn die Partei um der eignen Reputation willen wohl nicht ein­gebracht hätte, wenn es ihr nicht darauf angekommen wäre, um jeden Preis irgend etwas vorzuschlagen. Der Gedanke einer Wertzuwachssteuer lag allerdings in der Luft, aber es handelte sich dabei vornehmlich um Besteuerung des Wertzuwachses von Immobilien, und diese konnte nicht als Ersatz der Nachlaß- oder Erbanfallsteuer angesehen werden. An die gänzlich aussichtslose und undurchführbare Wertzuwachs­steuer auf Wertpapiere war nicht zu denken. Aber dieser Teil des Antrags diente dazu, der Sache eine Form zu geben, bei der der ländliche Grundbesitz wenigstens