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Kirche und Staat in Frankreich
Auch aus dieser Steigerung schließt die erwähnte Statistik mit Recht, daß die Wohlhabenheit der preußischen Bevölkerung in der Zunahme begriffen ist.
Schließlich ist festzustellen, daß das gesamte Veranlagungssoll der Einkommen- und Ergänzungssteucr 318981737.40 (290233053,20) Mark oder auf den Kopf der Bevölkerung 8,39 (7,75) Mark beträgt, das gesamte Er- hcbungssoll 315615895,40 (287371173,20) Mark oder auf den Kopf der Bevölkerung 8.30 (7,67) Mark.
Kirche und Htaat in Frankreich
von Larl Jentsch
m grellsten tritt die geistige Rückständigkeit des französischen Katholizismus in den Seminarien hervor, in denen die künftigen Priester herangebildet werden. Knabenseminare gibt es auch in Deutschland, in Preußen, aber ihre Pfleglinge besuchen ein vom t Staate anerkanntes und nach seinen Vorschriften eingerichtetes, unter seiner Aufsicht stehendes Gymnasium. Die französischen xstits ssnürmirks dagegen liefern nicht bloß die Verpflegung und die Hanszucht sondern auch den Unterricht, und was für einen Unterricht! „Die Wahl der Lehrer hängt ausschließlich vom Belieben der Bischöfe ab. Manche Bischöfe ziehen solche vor, die an der Universität promoviert haben; andre huldigen nicht »dem Fetischismus der Grade« und verwandeln mit einer Handbewegung einen Seminaristen in einen Professor. Wie es dabei zugeht, davon gibt die folgende Anekdote einen Begriff. Ein Seminardirektor sagt einem jungen Kleriker: »Sie werden den Unterricht in der Mathematik übernehmen.« — »Ich? Ich verstehe ja nichts von Mathematik.« — »Sie müssen sie eben lernen.« — »Aber ich habe nicht die geringste Anlage dafür, bringe zur Not ein Additionsexempel zustande.« — »Gott wird Ihnen die für Ihren Beruf erforderliche Gabe verleihen, und der Gehorsam wird das übrige tun.« Für den Unterricht und die Erziehung in den Priesterseminarien (Zranäs Leminaires) gelten die Grundsätze, die der italienische Jesuit Zocchi in einem in Frankreich viel benutzten Handbuche aufgestellt hat: »Wer den Geist des Apostolats in sich aufnehmen will, der muß seine veroorbne Natur unters Joch zwingen und womöglich ausrotten. Die Aspiranten ans Priestertum müssen deshalb mit einer klugen aber unbeugsamen Disziplin der Autorität unterworfen werden, die der Zeitströmung, der aufreizeudeu Diskutier- und Kritisiersucht, dem Geiste der Unabhängigkeit, der Anmaßung und des Hochmuts nicht das mindeste Zugeständnis macht. Mit einer Hand von Eisen, die die Umklammerung keinen Augenblick lockert, müssen sie unter dem Joche festgehalten