Aus dem Lrdbebenbezirk Unteritaliens
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kommt gar nichts an, daß die Universitäten ihre Stellung neben den Polytechniken behaupten; denn sie sind nicht um ihrer selbst willen da, man besinne sich nur darauf, weshalb der Staat zum Beispiel die Universitäten Halle, Berlin und Bonn errichtet hat. Sie haben ihre bestimmten Aufgaben und damit ihre bestimmte Stellung im staatlichen Organismus. Andern Bedürfnissen mögen Staat und Gesellschaft durch andre Einrichtungen genügen; aber das Monopol auf ein 8w6wm Akner-tls, wie im Mittelalter haben die Universitäten nicht mehr, können sie nicht mehr haben. „Bildung zum Beruf durch Wissenschaft" nennt Ziegler ihre Aufgabe. Es dürfte nötig werden, daß die Regierungen dieses Ziel etwas schärfer im Auge behalten und sich nicht durch den Schein von Größe blenden lassen.
Aus dem (Lrdbebenbezirk Unteritaliens
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von irxzZ. Max Reihlen in Stuttgart
m von Neapel nach Sizilien zu fahren, benützt der Dnrchschnitts- reisende das Dampfschiff, oder wer ausnahmsweise mit der Bahn fährt, durchrast die Strecke bis zur Überfahrtstation nach Messina, dem heute vielgenannte Reggio di Calabria, bei Nacht, weil die Bahn bei Tage nur von einem Zug, einem wirklichen Bummelzug, befahren wird. Deshalb ist auch die Küste Kalabriens — von dem schwerzugänglichen gebirgigen Innern ganz zu schweigen — eine der am wenigsten bekannten Gegenden Italiens, obgleich sie zu seinen schönsten, zum mindesten zu seinen interessantesten gehört. Wer freilich in Italien nur Kunst und Altertümer sucht, wird zwischen Pästum und Reggio nicht auf seine Rechnung kommen.
So unbedeutend wie die heutigen kalabrischen Küstenstädtchen waren offenbar schon ihre Vorgänger, die griechischen Kolonien am Tyrrhenischen Meer; wenigstens konnten sie sich mit den am Meerbusen von Tcirent gelegnen Großstädten des alten Großgriechenlands weder alt Zahl noch an Bedeutung irgendwie messen. Auf der ganzen Strecke von Pästum bis an die Meerenge von Messina trifft man keinen Stadt-, Berg- oder Flußnamen, der eiue Spur in der Geschichte zurückgelassen hätte.
Nnr zweimal hat ein Ereignis, das sich dort zugetragen hat, einen Augenblick die Aufmerksamkeit Europas auf jene weltvergessene Gegend gelenkt.
Bei der Fahrt durch Pizzo erinnert sich vielleicht der eine oder andre, daß hier vor ncichstdem hundert Jahren Murat, von Napoleons Gnaden einst König von Neapel, den abenteuerlichen Versuch, sein Reich durch einen Handstreich wieder zu erlangen, gewagt und mit dem Tode durch Pulver und Blei bezahlt hat.
Aber lver denkt beim Hinwegfahren über eines jener breiten, brückenüberspannten Geröllfelder daran, daß dies das Bett des Scivutoflusfes sei, in dessen Fluten eine Familientragödie im Hause Hohenstaufen ihr Ende fand. Im Jahre 1242 ertrank hier der gekrönte deutsche König Heinrich der Siebente, der älteste Sohn Kaiser Friedrichs des Zweiten; er hatte seinem Grenzboten II Z909 17