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Die Dame mit dem Orden :
(Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Mein kleines Schiff wird vielleicht nie mehr in den Hafen des Glücks ein­laufen; doch gibt es sonnige Meere, wo sanfte Winde wehen, und wenn es auch mutterseelenallein fährt, ists dvch ein gar munteres Boot, gegen Schiffbruch und Unwetter gefeit, segelt durch viele Meere, berührt manches Laud und wird reich nn Erfahrung, Fest unter Verschluß halt ich meine Schätze: deine Liebe ist ein solcher Schatz, und niemand kann ihn mir rauben.

Was du mir von Jack schreibst, macht mich sehr unglücklich. Ich bin es nicht wert, daß er sich sorgt. Sag es ihm, Liebe. Wenn ich je wieder einen liebhaben könnte auf Erden, so wäre er es. Aber wenn sich gelegentlich solch ein Gefühl in meinem Herzen zu zeigen wagt, wird es wit der Wurzel aus­gerissen. Ich möchte gern an ihn schreiben, aber es würde uns beiden nur Leid bringen. Sei lieb gegen ihn, Kameradin, ich kann es nicht ertragen, daß er traurig und elend ist.

Ich bin so müde, daß ich kaum die Träume zurückhalten kann und lieber auf­

höre für heute.

(Fortsetzung folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin, 5. April 1909

(Die Reichstagsreden des Reichskanzlers und ihre nächsten Wirkungen.)

Bei der zweiten Beratung des Etats des Reichskanzlers und der Reichs­kanzlei am 29. und 3V. März hat Fürst Bülow die Verhältnisse der auswärtigen und der innern Politik in drei bedeutsamen Reden beleuchtet. Eben in jenen Tagen wurde der österreichisch-serbische Konflikt beigelegt, da Sir Edward Grey die von Baron Aehrenthcil vorgeschlngne Formel, von der wir im letzten Reichsspiegel be­richtet haben, ohne Änderungen angenommen hatte und die Vorstellungen der Mächte in Belgrad nun endlich in einer Form geschehen konnten, die auch Öster­reich-Ungarn für ausreichend hielt. Jetzt fügte sich auch Serbien dem Drucke der Mächte, und somit konnte die Kriegsgefahr als beseitigt gelten.

Für den Reichskanzler war dies der gegebne Augenblick, um auch vor dem Reichstage Rechenschaft über die auswärtige Politik zu geben. Er tat es diesmal nicht in der Form einer Antwort ans die Anregungen nnd Fragen des Vertreters einer regierungsfreundlichen Partei, sondern er eröffnete die Verhandlung mit einer klaren Auseiuaudersetzung über die Fragen, die für eine Behandlung vor dem Reichstage reif waren.

Fürst Bülow knüpfte dabei an die Frage an, die durch die Verhandlungen im englischen Unterhause und durch die Flottenpanik im englischen Volke in den Vordergrund gerückt worden war. Es waren diesmal keine friedfertigen Ver­sicherungen, von denen böswillige Leute sagen könnten, das seien Worte, nichts als Worte. Wohl gab der Kanzler au erster Stelle in würdigen Worten der Genugtuung Ausdruck, die der Besuch des Königs und der Königin von Groß- britauuien in der Hauptstadt des Deutschen Reichs überall hervorgerufen hatte. Aber er kennzeichnete den Wert frenndlicher Beziehungen zwischen Deutschland und England nicht nur durch freundliche Worte, sondern ließ die Zahlen reden, die